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Bocholt

Älteste Bocholterin feiert ihren 107. Geburtstag

Montag, 20. März 2017 - 16:53 Uhr

von BBV

Bocholt - Maria Kemper-Neumeier hat das Kaiserreich noch miterlebt, zwei Weltkriege überstanden und ist sogar älter als der erste handelsübliche Reißverschluss. Am Montag hat sie ihren 107. Geburtstag gefeiert. Damit ist sie die älteste Bürgerin in Bocholt - und im Kreis Borken. "Ein Jahr muss sie noch durchhalten", sagt die Angehörige Gerda Horn.

Foto: Sven Betz

Bürgermeister Peter Nebelo (links) und Landrat Dr. Kai Zwicker gratulieren Maria Kemper-Neumeier persönlich zum Geburtstag. Die 107-Jährige ist die älteste Bürgerin in Bocholt und im Kreis Borken.

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Zu diesem Anlass haben Bürgermeister Peter Nebelo und Landrat Dr. Kai Zwicker die 107-Jährige in der Seniorenresidenz Schanze besucht. Für alle Anwesenden eine neue Situation: "Wir haben sie die Jahre vorher immer zu uns nach Hause geholt. Dieses Jahr war das nicht mehr möglich", berichten die Angehörigen Gerda und Egon Horn, die sich um die 107-Jährige kümmern. Der Grund: Kemper-Neumeier habe im vergangenen Jahr stark abgebaut. "Sie hat gute und schlechte Tage", sagt Gerda Horn.

Danach habe es lange Zeit nicht ausgesehen. "Der Bürgermeister hat vor zwei Jahren an ihrem Geburtstag gesagt ‚So Gott will, sehen wir uns im nächsten Jahr wieder‘. Sie fragte ‚Wieso? Wollen Sie schon sterben?", berichtet Gerda Horn. Im Alter von 103 ist die Seniorin sogar noch nach Teneriffa geflogen. "Das konnte ich noch nicht mal buchen", sagt Horn. Denn auf der Internetseite der Fluglinie konnte sie nur zweistellige Zahlen auswählen. "Ich hab‘ dann einfach 99 angegeben."

Doch auch im hohen Alter hat die 107-Jährige noch ein Ziel: Sie wolle so alt werden wie der Sänger und Schauspieler Johannes "Jopie" Heesters, der erst mit 108 Jahren starb, sagt Gerda Horn.

Geboren wurde die jetzige Bocholterin 1910 in Mettlach im Saarland. Dort arbeitete sie beim Porzellanhersteller Villeroy und Boch, bis sie nach München zog und dort bis zur Rente als Nachrichtenkoordinatorin beim Bayrischen Rundfunk tätig war. Ihr erster Ehemann war als Soldat im Zweiten Weltkrieg gefallen. Eigene Kinder hat sie deswegen nicht.

Die Liebe zog Kemper-Neumeier schließlich nach Bocholt. Erst im Rentenalter lernte sie den Bocholter Albert Kemper kennen und zog hierher. In Bocholt gewohnt hat sie allerdings nur im Sommer, berichten die Horns. "Die Zwei haben immer in Teneriffa überwintert." Als ihr Mann 2010 starb und durch den Sturm Kyrill ein Baum auf ihr Haus stürzte, zog Kemper-Neumeier ins Seniorenheim.

Dort besucht Egon Horn sie ein bis zwei Mal täglich. "Im Sommer gehe ich mit ihr raus und in die Eisdiele. Da isst sie immer Zitroneneis mit Sekt." Bei schlechtem Wetter schauen sie zusammen den Bayrischen Rundfunk. Auch nicht fehlen darf die Bild-Zeitung. "Dort guckt sie sich immer die Bilder an", sagt Gerda Horn.

Autorin: Christina Schreur


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