Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
Bocholt

Bocholter Rathaus nach Bombendrohung geräumt

Mittwoch, 15. März 2017 - 16:13 Uhr

von Theo Theissen

(Aktualisiert, 19.50 Uhr) Bocholt - Das Bocholter Rathaus ist am Mittwoch gegen 16 Uhr nach einer Bombendrohung geräumt worden. Ein Sprengstoff-Spürhund wurde am Abend durch das Gebäude geführt. Es wurde aber kein Sprengstoff gefunden. Die für den Nachmittag angekündigte Ratssitzung wurde abgesagt.

Foto: Betz

Die Polizei rückte am frühen Abend mit einem Sprengstoff-Spürhund an.

Anzeige

Am frühen Abend rückte die Polizei aus Münster mit einem Sprengstoff-Spürhund an. Sie durchsuchten das Rathaus. Sprengstoff wurde aber nicht gefunden.

Gegen 14.54 Uhr war die erste von zwei fast gleichlautenden Drohmails im Rathaus eingetroffen. Der Absender lautete "inkognito@raf.com". Unter dem Betreff "Achtung Sprengstoff" warnte der Absender: "Sprengstoff Rathausfoyer". Eine Stunde später kam die zweite Mail mit einem leicht veränderten Text.

Die Bocholter Verwaltungsspitze bekommt immer noch regelmäßig Droh- und Hassmails, aber diese war anders. "Der kurze Text ist außergewöhnlich", sagte Bürgermeister Nebelo. Aus Sicherheitsgründen forderte er alle Mitarbeiter über ihre Vorgesetzten auf, das Rathaus schnell, aber unaufgeregt zu räumen. Das Gleiche galt für die Besucher.

"Wir wollten eine Panik vermeiden, deshalb gab es keine Lautsprecherdurchsage", erklärte Kämmerer Ludger Triphaus. "Die Räumung verlief ruhig. Sie dauerte rund 15 Minuten", berichtete Stadt-Pressesprecher Karsten Tersteegen. Insgesamt waren rund 300 Menschen betroffen. Eine Reihe von Mitarbeiter wartete vor dem Gebäude, bis sie ihre persönlichen Sachen bekamen; die Übrigen gingen nach Hause. Der Haupteingang wurde fortan von einer Polizistin bewacht. Die automatischen Türen an den hinteren Eingängen blieben geschlossen.

Video

Bombendrohung gegen das Bocholter Rathaus

Der Verwaltungsvorstand hatte sich eine halbe Stunde nach der Räumung in der Wache der Feuerwehr an der Dingdener Straße zu einer Pressekonferenz getroffen.

Eine solche Bombendrohung fürs Rathaus hat es bislang nicht gegeben, berichtete Bürgermeister Peter Nebelo. Er mochte eine Wiederholung letztlich nicht ausschließen. Die Verwaltungsspitze werde dann "von Fall zu Fall entscheiden", wie sie reagiert.

Eines sei dabei klar: Wenn der geringste Zweifel bestehe, werde das Rathaus wieder geräumt. Kämmerer Triphaus hoffte, dass jetzt intensive Bemühungen beginnen, den Verfasser der Mails zu finden. Er müsse sich strafrechtlich und zivilrechtlich verantworten, das umfasse gegebenenfalls auch die Kosten für den Sicherheitsdienst, den die Stadt seit Langem wegen der Hassmails beschäftigen müsse.

Auch wenn die Mails mit der Bombendrohung sehr kurz waren, will der Bürgermeister nicht ausschließen, dass der Hassmail-Schreiber dahinter steckt. Nebelo: "Der kann auch kurz. Er hat mir mal geschrieben: ,Ich weiß, wo du wohnst. Ich schlage dir den Schädel ein.‘"

Die abgesagte Ratssitzung findet nun am 5. April statt.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Anzeige
Anzeige