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Bocholt

Bocholter berichtet über seinen Weg aus der Spielsucht

Dienstag, 16. September 2014 - 16:51 Uhr

von Theo Theissen

Bocholt - In Bocholt gibt es etwa 350 an Glücksspielsucht erkrankte Menschen - Tendenz steigend. Der SKM in Bocholt bietet dafür eine Therapie an. Ein Betroffener berichtet.

Foto: dpa

Zwei Männer haben am Samstagabend eine Spielhalle in Borken übefallen.

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Tobias Mersmann (Name von der Redaktion geändert) hatte alles verloren - sein Geld, seine Firma, die Freunde und den Kontakt zur Familie. Die Spielsucht zerstörte auch die Beziehung zu seiner Partnerin. Was folgte, war ein Leben auf der Straße und ein Suizidversuch. "Dann habe ich mir gesagt, dass sich in meinem Leben etwa ändern muss, bevor es zu spät ist", sagt der Bocholter. Mersmann hatte Glück. Er suchte Hilfe bei der Suchtberatungsstelle des SKM (Katholischer Verein für soziale Dienste Bocholt). Das war vor 18 Jahren. Seitdem ist Mersmann abstinent.

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Spielsucht: Drei Fragen an Christiane Wiesner

In den Gesprächen mit den Suchttherapeuten suchte er zusammen mit dem Therapeuten vor allem nach den Ursachen, warum er spielt. "Die Gespräche sind der Schlüssel, um sich selbst zu finden und aufhören zu können. Man kennt sich selber viel weniger, als man denkt", sagt der Bocholter. "Spielsucht ist immer die Flucht in eine Scheinwelt, es ist eine Ersatzbefriedigung, eine Flucht vor sich selbst und den eigenen Problemen", fügt er hinzu. Wenn die Probleme erkannt seien, brauche man auch die Spielsucht nicht mehr.

Mersmann hat mit seiner Sucht viel Geld verloren. "Ich habe wohl zwei bis drei Häuser, also ein paar Hunderttausend Euro verspielt", sagt er. Jetzt ist Mersmann clean. Die Sucht aber sei immer da, weshalb man stets achtsam sein müsse.


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