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Bocholt

Geht Herding nach Rhede?

Mittwoch, 5. Februar 2014 - 17:18 Uhr

von Volker Morgenbrod

Bocholt - Die Verhandlungen laufen: Die Herding GmbH überlegt, ihren Standort von Bocholt nach Rhede zu verlagern.

Foto: Betz

Der bisherige Sitz der Firma Herding an der Bocholter Industriestraße. Foto: Sven

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Es sollen bereits ein Grundstück in Aussicht stehen und Architekten erste Pläne entworfen haben. Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo hat eilends die Kündigung für Herding um drei Monate nach hinten geschoben in der Hoffnung, das Unternehmen doch noch halten zu können. Ein Gespräch am 4. März soll die Entscheidung bringen.

Die Situation ist verfahren. Während die Wirtschaftsförderung sich bemüht, der Firma einen neuen Standort zu vermitteln, hält Herding die bisherigen Angebote für ungeeignet. Derweil verhandelt das Textilunternehmen auch mit der Nachbarstadt Rhede. Der dortige Bürgermeister Lothar Mittag sagt auf BBV-Anfrage, dass Rhede schon seit "über einem Jahr in Kontakt mit Herding" stehe. Offenbar kann die Nachbarstadt ein passendes Grundstück anbieten. Mittag betont, es gehe nicht darum, die Firma abzuwerben: "Ich habe kein Interesse daran, in Clinch mit der Stadt Bocholt zu gehen." Es gehe vielmehr darum, "die Firma auf jeden Fall in der Region zu halten". Im Übrigen sei Herding auf Rhede zugekommen - nicht umgekehrt.

Die Stadtverwaltung Bocholt kennt die Gefahr. In einem als "vertraulich" gekennzeichneten umfangreichen Vermerk schreibt Wirtschaftsförderer Ludger Dieckhues, Herding habe mitgeteilt, dass die Firma sich mit "einer Nachbarkommune" bereits "im Prinzip einig" sei und "Architekten bereits Planungen vorgenommen" hätten.

Es gehe jetzt darum, ob es kurz vor Toresschluss doch noch eine Lösung in Bocholt geben könnte. Wobei das Bocholter Angebot aus Sicht Herdings "signifikant besser" sein müsse.

Die Firma kritisiere in diesem Zusammenhang, dass die Stadt fürs Krankenhaus einen Zuschuss von einer Million Euro zahlen wolle, für Herding aber "nichts gehe". Das Unternehmen erwarte nun entweder ein verbessertes Angebot aus Bocholt oder aber, dass die Stadt "wenigstens die Kündigung ein Stück weit nach hinten schiebt".

Genau das tut Bocholt jetzt. Wie Bürgermeister Peter Nebelo auf Anfrage bestätigt, wird die Kündigung für Herding vom 31. Dezember 2014 drei Monate nach hinten geschoben, also auf den 31. März 2015.

Am 4. März soll nun ein letztes Gespräch zeigen, ob Herding doch noch in Bocholt bleibt. Nebelo gibt sich optimistisch: "Ich bin guter Dinge, dass es klappen wird." Herding-Geschäftsführerin Dr. Susanne Litzel ist skeptischer: "Was rauskommt, kann man nicht sagen."


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