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Bocholt

Können Mini-Supermärkte Bocholts Innenstadt beleben?

Freitag, 17. Februar 2017 - 17:26 Uhr

von Jochen Krühler

Bocholt - Stadtmarketingchef Ludger Dieckhues hat der Politik Ideen vorgestellt, wie Bocholts Innenstadt attraktiver werden könnte. Er nannte unter anderem mehr Gastronomie, aber auch das Konzept von Mini-Supermärkten wie "Rewe to go".

Foto: dpa

Beim Stadtmarketing kursieren Ideen, wie man die City attraktiver machen könnte - etwa durch die Ansiedlung eines kleinen Supermarkts wie "Rewe to go". Foto:

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Mehr Gastronomie, ein Mini-Supermarkt - oder gar ein Factory-Outlet? Beim Stadtmarketing kursieren bereits Ideen, wie die Bocholter Innenstadt attraktiver werden könnte. Einige davon stellte Stadtmarketingchef Ludger Dieckhues am Donnerstag der Politik im Wirtschaftsförderungsausschuss vor.

Dieckhues präsentierte im Ausschuss die Ergebnisse einer Auswertung des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Das Institut hatte mit dem Stadtmarketing im September 2016 rund 600 Passanten in der Innenstadt befragt. Ergebnis: Die Bocholter Innenstadt ist Durchschnitt, sie erreicht in der Umfrage die Gesamtnote 3+, die genau den Durchschnittswert aller 121 teilnehmenden Städte darstellt.

Kein wirklich schlechtes Ergebnis, befand Dieckhues in seiner Zusammenfassung: "3+ ist immer noch im grünen Bereich." Der Stadtmarketingchef deutete aber auch auf die Punkte hin, in denen die Bocholter Innenstadt unterdurchschnittlich abgeschnitten hatte.

Etwa beim Lebensmittelangebot in der City. Dafür hatte Bocholt bei der Untersuchung nur Noten zwischen 4 und 6 bekommen. Dieckhues wies allerdings darauf hin, dass es für Vollsortimenter in der Innenstadt schwierig ist. "Rewe in den Shopping-Arkaden hat sich schwergetan", sagte er. Er schlug vor, lieber über das Konzept eines "Rewe to go" nachzudenken. Das sind kleine Ableger des Handelskonzerns, die in kleineren Läden ein beschränktes Sortiment an Lebensmitteln anbieten - nicht für den großen Wocheneinkauf, sondern etwa für die Kleinigkeit zum Abendessen. "Ein moderner Tante-Emma-Laden", sagte Dieckhues. "Das geht in der Innenstadt."

Unterdurchschnittlich ist Bocholt laut IFH auch bei der Dauer des Aufenthalts. Ein bis zwei Stunden verbringen Besucher im Durchschnitt in der Innenstadt - in anderen Städten sei das mehr, sagte Dieckhues. Sein Vorschlag: "Wir müssen die Aufenthaltsdauer dadurch verlängern, dass wir mehr Gastronomie ansiedeln." Wer einmal in einem Café sitze, der gehe auch so schnell nicht weg.

Mehr Gastronomie wünschen sich offenbar auch die Teilnehmer der Befragung "Ideen für Bocholt", die das Stadtmarketing in den vergangenen Tagen durchführte. Oft geäußerter Wunsch: eine individuellere Gastronomie. Dieckhues nannte als Beispiel Geschäfte wie "Burger Nerds" und "180 Degrees", die zuletzt in Bocholt eröffnet hatten: "Das ist mal etwas anderes als ein Dönerladen."

In Zeiten stagnierender Umsätze im Einzelhandel kommen Städte offenbar auch auf ungewöhnliche Einfälle. Dieckhues verwies auf das Beispiel Bad Münstereifel. Dort habe ein Investor quasi die ganze Innenstadt zu einem Factory-Outlet gemacht. Im Büro des Stadtmarketings habe man schon scherzhaft gesagt, ob das nicht auch was für Bocholt wäre, meinte Dieckhues.

 

Resonanz auf "Ideen für Bocholt": 266 verwertbare Reaktionen

Überrascht zeigte sich Stadtmarketingchef Ludger Dieckhues über die gute Resonanz auf die Befragung "Ideen für Bocholt". 266 verwertbare Reaktionen seien dabei zusammengekommen. Das Stadtmarketing hatte die Bürger aufgerufen, Vorschläge zu machen, was man in der Innenstadt verbessern könnte - entweder im Internet oder auf einer Pinnwand am Markt. Derzeit würden die Antworten ausgewertet, aber erste Erkenntnisse gebe es schon, so Dieckhues.

Mehr Gastronomie, mehr Parkmöglichkeiten, einheitliche Öffnungszeiten würden häufig gefordert. Etwas uneinheitlich sei das Meinungsbild beim Wunsch nach bestimmten Läden. Während die einen gerne große Filialketten in Bocholt sähen, wünschen sich andere das Gegenteil, nämlich individuelleren Einzelhandel. Als Problem würden die Leute auch hohe Mieten in der Innenstadt und die Stellplatzablöse nennen. Dieses Geld müssen Geschäftsinhaber entrichten, wenn sie nicht genügend Parkplätze vor ihrem Laden nachweisen können.


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