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Bocholt

Kran-Gigant wartet am Klärwerk auf den Einsatz

Freitag, 17. Februar 2017 - 15:19 Uhr

von Theo Theissen

Bocholt - Knapp vier Jahre dauerte es von der Idee, auf dem Klärwerksgelände in Liedern ein Windrad zur Stromerzeugung zu bauen, bis zum Bau der 126 Meter hohen Windkraftanlage. Jetzt ist alles vorbereitet. Der erste Schwertransport ist bereits eingetroffen und in der nächsten Woche sollen die 43 Meter langen Rotoren angeliefert werden.

Foto: Sven Betz

Die beiden Kranwagen auf dem Mussumer Klärwerksgelände warten auf ihren Einsatz. Mit ihrer Hilfe soll dort das 126 Meter hohe Windrad errichtet werden.

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Um die Gefahr von Eiswurf zu unterbinden, werden die Rotoren zusätzlich mit einer Blattluftheizung ausgestattet. Warme Luft in den Flügelblättern soll bei kalten Temperaturen die Eisbildung auf der Oberfläche der Rotoren verhindern.

"Unser Ziel ist es, am 28. Februar die erste Einspeisung vornehmen zu können", sagt Heinz Welberg, stellvertretender Leiter des Entsorgungs- und Servicebetriebes Bocholt (ESB). In das Projekt investiert der ESB 2,8 Millionen Euro. Das Betonfundament für die Windkraftanlage wurde bereits im September vergangenen Jahres gegossen.

Jetzt wurde das Eingangstor zum Klärwerksgelände abgebaut, damit die Sattelschlepper zur Baustelle gelangen können. Dort stehen auch zwei rote Kranwagen, mit deren Hilfe das Windrad in den nächsten Tagen errichtet werden soll. Der kleinere Kranwagen werde beim Entladen der Schwertransporter und für den Bau des Anlagenturmes eingesetzt, sagt Kranführer Heiko Bischoff. Der 47-jährige Bremer steuert den großen Kran, mit dessen Hilfe die Monteure oben an der Turmspitze die Rotoren und das Generatorgehäuse befestigen.

Das Spezialfahrzeug koste weit über vier Millionen Euro, sagt Bischoff. Die Nabenhöhe des Krans beträgt 82 Meter. Sein Ausleger kann bis zur maximalen Arbeitshöhe von bis zu 155 Metern aufgerichtet werden. "Die Rotoren werden sofort nach ihrer Anlieferung montiert. Eine Zwischenlagerung ist nicht vorgesehen", sagt Welberg.

Das Klärwerk, in dem etwa neun Millionen Kubikmeter Abwasser jährlich geklärt werden, hatte einen jährlichen Stromverbrauch von rund 4,4 Millionen Kilowattstunden. Um diesen Verbrauch zu senken, wurde die Belüftungsanlage für die biologische Reinigungsstufe des Abwassers für 2,2 Millionen Euro erneuert und energetisch optimiert. Darüber hinaus wurde die Kläranlage so umgebaut, dass auf eine Zwischenpumpe verzichtet werden konnte.

Als dritte und bislang letzte Maßnahme soll der von der Windkraftanlage erzeugte Stromüberschuss im Klärwerk genutzt werden, um zukünftig noch weniger Fremdstrom zu verbrauchen. "Durch diese Maßnahmen senken wir den Energie-Jahresverbrauch auf 3,3 Millionen Kilowattstunden", sagt Welber.

134 Tonnen Gegengewicht

Der neunachsige Kranwagen ist 23 Meter lang und 3 Meter breit. 134 Tonnen Ballast sorgen als Gegengewicht für eine erhöhte Standfestigkeit des Kranes. Der Ausleger ist 35 Meter lang. Er steht 26 Meter vom Fundament des Windkraftrades entfernt und kann bei der Distanz 70 Tonnen heben. Der Kranwagen hat ein Fahrgewicht von 108 Tonnen und einen 680-PS-starken Motor. Der Kran-Oberwagen, der für den Kranbetrieb zuständig ist, hat 367 PS.

Fotos

Kran-Gigant am Klärwerk aufgebaut

Freitag, 17. Februar 2017
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