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Bocholt

Nur erfolgreiche Bewerber beim CDU-Parteitag

Donnerstag, 16. Februar 2017 - 17:29 Uhr

von Volker Morgenbrod

Bocholt - Harmonie überstrahlte den CDU-Parteitag am Mittwochabend im Stadthotel Kolping. Es gab 27 Bewerber für 27 Posten - erwartungsgemäß schafften es alle. Der neue Vorsitzende Lukas Kwiatkowski (49) sagte bereits in seiner Antrittsrede: "Die Zeiten sind vorbei, wo Kandidaten Schlange stehen."

Foto: BBV

Der neue Vorsitzende Lukas Kwiatkowski (Mitte) und sein Vorstand. Foto: Volker Morgenbrod

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Fast einstimmig hatten die Christdemokraten Kwiatkowski zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Vorgänger Helmut Eing hatte aus beruflichen Gründen zuletzt schon den Vorsitz ruhen lassen. Die Geschäfte führte derweil Vize Michael Hösing. Er war auch der Einzige aus dem engeren Führungskreis, der sich nochmals zur Wahl stellte (neuer Vorstand siehe unten)

Kwiatkowski hatte einen neuen Politstil angekündigt, mehr Offenheit und mehr Bürgernähe versprochen (das BBV berichtete). Der 49-Jährige hat Soziologie, Psychologie und Volkswirtschaft studiert und arbeitet bei der städtischen Ewibo.

Für seinen Vorgänger gab es herzliche Abschiedsworte. Alfons Tepasse lobte Eings "ruhige, besonnene und ausgeglichene Art", und Fraktionschef Herbert Panofen sprach von einer Freundschaft, die auch die Zeit der Politik überdauern werde. Wobei Panofen an dem Abend ankündigte, er werde Mitte des Jahres als CDU-Fraktionschef aufhören. Kritisch sah Panofen den Wettbewerb der Städte um Unternehmen: Wenn sich die Städte mit Grundstückspreisen gegenseitig unterböten, sei es nicht mehr weit, "dass wir Grundstücke verschenken oder für die Ansiedlung eine Prämie zahlen".

Rund 90 Tage vor der Landtagswahl zeigte sich der Landtagsabgeordnete Hendrik Wüst vor allem erschrocken von einer bestimmten Grundstimmung im Land. Es gebe Leute, denen sei die Demokratie egal und die fänden auch einen "starken Mann ganz gut". Der Abgeordnete forderte deshalb: "Wir müssen stärker über Krieg und Frieden in Europa reden." Und über die Segnungen der Globalisierung. Die Region habe seinerzeit die Krise der Textilindustrie überwunden, heute gebe es einen "gesunden Branchenmix". Dabei machten die Unternehmen 65 Prozent ihrer Umsätze mit dem Ausland. Wüst: "Könnten wir mit den übrigen 35 Prozent Umsatz hier genauso gut leben? Sicher nicht."

Dann schwenkte Wüst in den Wahlkampfmodus. Von den Flächenländern habe NRW die höchste Wohnungseinbruchsquote (353 Fälle pro 100 000 Einwohner), während Bayern deutlich weniger habe (58,9 Fälle pro 100 000 Einwohner). Und da, so Wüst, habe die rot-grüne Landesregierung auch noch bei der Polizei im Kreis Borken (zwischen 2000 und 2016) 17 Stellen gestrichen.

Jetzt habe es zum Jahreswechsel im Kreis Borken mehr Einbrüche gegeben als in Münster und in den übrigen Münsterlandkreisen zusammengenommen. Diese Einbrüche verübten professionelle "südosteuropäische Banden", sagte der Abgeordnete. Und: "Die kommen auf ihrem Weg nach NRW durch Bayern, und da wäre es durchaus ökonomischer für sie, dort einzubrechen." Doch das passiere nicht, weil sich die Täter ausrechnen könnten, dass sie in NRW nicht geschnappt würden, behauptete Wüst.

Neuer Vorstand

Der neue CDU-Vorstand sieht so aus: Vorsitzender Lukas Kwiatkowski, Stellvertreter: Lukas Behrendt, Michael Hösing, Kerstin Krasenbrink und Martin Ebbing, Schriftführer Joachim Unland, Stellvertreter Michael Scheven, Pressereferent Jannick Behrens, Stellvertreter Gisbert Bresser, Mitgliederbetreuer Wilhelm Schepers, Besitzer Julian Bruckmann, Christian Stevens, Werner Vogel, Julia Gillen, Reinhold Kampshoff, Alfred Löffler, Martin Rudde, Annette Bors, Ralph Tiemann, Kai Enck, Helga Grunewald, Klaus Vennekamp, Michael Boland, Achim Krasenbrink, Michael Wiesmann, Heike Nienaber und Frank Ignaszak.


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