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Bocholt

Stadtsparkasse verhindert Zwangsversteigerung des Brauhauses

Mittwoch, 11. Januar 2017 - 09:00 Uhr

von Volker Morgenbrod

Bocholt - Kurz vor dem Termin ist am Mittwoch die Zwangsversteigerung des Brauhauses gestoppt worden. Die Stadtsparkasse hat einen Teil der Forderungen beglichen, die die Stadt Bocholt eintreiben wollte. Damit ist jetzt erst mal Zeit gewonnen worden. (aktualisiert)

Foto: Sven Betz

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Die Stadt bekommt noch Grundbesitzabgaben in Höhe von rund 100.000 Euro von der insolventen Brauhaus GmbH. Geld, auf das Bocholt nicht ohne Weiteres verzichten darf. Die Stadt beantragte deshalb die Zwangsversteigerung.

Die Sparkasse schritt ein. Sie selbst hat noch offene Forderungen gegenüber der Brauhaus GmbH (von 1,4 Millionen Euro) und betreibt federführend die Bürgerstiftung, die das Brauhaus um- und ausbauen will. Sie musste jetzt handeln, damit nicht jemand (bei einem Zwangsversteigerungs-Folgetermin) das Brauhaus für "einen Appel und ein Ei" hätte kaufen können, wie Werner Großkopf, der Justiziar des Geldinstituts, sagte. Die Sparkasse verständigte sich offenbar kurz vor dem Versteigerungstermin mit der Stadt und beglich nach BBV-Informationen eine städtische Forderung des Jahres 2012 in Höhe von 40.000 Euro (plus 15.000 Euro Säumniszuschlag).

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Zwangsversteigerung des Brauhauses gestoppt

Stadt-Pressesprecher Karsten Tersteegen mochte diese Zahlen indes nicht bestätigen und äußerte sich zurückhaltend: "Die säumige Summe ist in einem ersten Teilbetrag gezahlt worden. Von wem und wie viel, dazu kann sich die Stadt nicht äußern."

"Der Druck ist erst mal raus", sagte am Mittwoch Justiziar Großkopf. Die Stadt habe jetzt ihren Antrag auf Zwangsversteigerung zurückgenommen, weil die Sparkasse das Geld für 2012 gezahlt habe. Die weiteren städtischen Forderungen für die Jahre 2013 und 2014 müsse die Stadt jetzt noch nicht geltend machen, so der Justiziar, sondern sie habe letztlich Zeit bis zum Ende des Jahres. Dann, so Großkopf, könne man sicher auch schon mehr über die Zukunft des Brauhauses sagen.


Erste interne Gedankenspiele in Politik und Stadtverwaltung gehen dahin, in einem Jahr womöglich auf die restlichen Forderungen der Stadt zu verzichten - falls die Pläne der Brauhaus-Stiftung, das Gebäude um- und auszubauen, umgesetzt werden können. Es müsste allerdings noch rechtlich überprüft werden, ob ein solcher Verzicht möglich ist.


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