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Bocholt

Tankstellen-Dieb wird zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt

Mittwoch, 26. Oktober 2016 - 16:26 Uhr

von BBV

Bocholt/Isselburg-Anholt - Die Strafe des 23-jährigen Angeklagten fiel milde aus - zumindest im Vergleich zu der Forderung der Staatsanwältin. Der Duisburger war 2015 mehrfach in eine Bocholter und eine Anholter Tankstelle eingebrochen, um dort Zigarettenstangen im Wert von mehreren Tausend Euro zu stehlen. Das Gericht verurteilte ihn jetzt zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren.

Foto: Sven Betz

Symbolbild

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Bei den Tankstellen handelte es sich um die "Total"-Tankstelle an der Schaffeldstraße in Bocholt und in die "Shell"-Tankstelle an der Gendringer Straße in Anholt. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor auf eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren plädiert.

Jeweils zwei Mal brach der Duisburger mit zwei Mittätern zwischen März und August 2015 in die Tankstellen ein. Der Grund: Der Duisburger brauchte Geld. Nachdem sein befristeter Arbeitsvertrag ausgelaufen war, lebte er auf Kosten seiner Eltern. Ein alter Klassenkamerad habe ihm deswegen vorgeschlagen, mit ihm in eine Tankstelle außerhalb einzusteigen, berichtete der Angeklagte. Gemeinsam mit dem Klassenkameraden und einem laut dem Angeklagten ihm unbekannten Mann, fuhr der Duisburger zu den Tankstellen. "Sie haben mich abgeholt. Ich habe erst im Auto erfahren, wo es überhaupt hingeht."

Die Mittäter hätten in allen vier Fällen die Glastüren der Tankstellen aufgehebelt, berichtete der 23-Jährige. Er selbst habe die Zigarettenstangen in Müllsäcke gepackt und zum Auto transportiert. "Ich musste nur dabei sein. Er (der ehemalige Klassenkamerad, Anm. d. Red.) brauchte nur einen, der die Zigaretten aufsammelte."

Nach den Einbrüchen hätten die zwei Mittäter den Angeklagten zu Hause abgesetzt und sich dann um den Verkauf der Zigarettenstangen gekümmert, sagte der 23-Jährige. So seien je nach Diebesbeute 200 bis 700 Euro pro Einbruch für den Angeklagten zusammengekommen.

Nach jeweils einem erfolgreichen Einbruch in Bocholt und Anholt scheiterte die Gruppe beim erneuten Versuch in die "Total"-Tankstelle einzusteigen, da die Zigaretten in einem Glaskasten eingeschlossen waren. Danach brachen sie im August noch einmal in die "Shell"-Tankstelle an der Gendringer Straße ein. Bei einem der Diebstähle hätten die Einbrecher einen Müllsack liegen gelassen, auf dem der Fingerabdruck des Angeklagten nachgewiesen wurde, berichtete der Richter. Nach einem weiteren Einbruch in Wiehl-Alperbrück einige Tage später, wurde das Trio von der Polizei geschnappt.

Vier Einträge hat der 23-Jährige in seinem Vorstrafenregister. "Kleine Erziehungsgeschichten", nannte das sein Anwalt. "Vorstrafen, die er in keinster Weise zur Warnung genommen hat", sagte die Staatsanwältin. Das Gericht entschied sich trotz der Forderung der Staatsanwaltschaft für eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Denn: Der Angeklagte hat inzwischen eine Arbeitsstelle gefunden. "Wenn Sie jetzt in Haft gehen, wird es schwer für Sie, wieder auf die Füße zu kommen", stellte der Richter fest. Neben der Auflage, seine Arbeit weiterzumachen, muss der Duisburger eine Geldstrafe von 2400 Euro an die Kinderneurologiehilfe des Kreises Borken zahlen. Der Richter: "Das ist eine Chance, die Sie sich nicht verbauen sollten."

Autorin: Christina Schreur


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