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Bocholt

Wilde Vorwürfe gegen Stadtmarketing-Chef Dieckhues

Dienstag, 13. Juni 2017 - 17:32 Uhr

von Renate Rüger

Bocholt - Klaus Hoffs, Intendant der Bühne Pepperoni, gerät wegen eines Schreibens mit wilden Vorwürfen gegen Stadtmarketing-Chef Ludger Dieckhues selbst in die Kritik. Drei Seiten voll mit Unterstellungen: Absurd und unhaltbar seien seine darin geäußerten Vorwürfe, heißt es.

Foto: Anya Knufmann

Beim Weihnachtslieder-Auffrischungs-Seminar der Bühne Pepperoni ist der Gasthausplatz voller Menschen. Ob es die Veranstaltung noch einmal geben werde, sei ungewiss, sagt Intendant Klaus Hoffs. Archivfoto

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Eigentlich ging es nur um das bekannte Bocholter Parkproblem. Die drei Werbegemeinschaften hatten Bürgermeister Peter Nebelo in einem Brief gebeten, die Situation nicht noch durch die Sperrung des Berliner Platzes für Veranstaltungen außer Kirmes, IAA-Nachlese und Public Viewings zu verschärfen. Anlass war die Nutzung des größten Bocholter Parkplatzes durch den Circus Flic Flac. Erwähnt wurde in dem Schreiben aber auch ein für September geplantes Gastspiel der Bühne Pepperoni. Deren Intendant Klaus Hoffs nahm das persönlich und schlug jetzt zurück - mit wilden Vorwürfen gegen Stadtmarketing-Chef Ludger Dieckhues in einem dreiseitigem Schreiben, das nun in der Stadt die Runde macht.

Von "Knüppeln" gegen die Bühne Pepperoni spricht Hoffs da. Dieckhues sei es "sicherlich eine Freude gewesen", den Brief für die Werbegemeinschaften an Nebelo zu schreiben. Und dann unterstellt er Dieckhues unter anderem eine systematische Stör- und Verhinderungspolitik bezüglich des Weihnachtslieder-Auffrischungs-Seminars der Bühne Pepperoni.

"Die Vorwürfe sind unhaltbar. Das kommentiere ich nicht, das Schreiben spricht für sich", sagt Bürgermeister Peter Nebelo. Manfred Rickert, Vizevorsitzender der Georgius-Schützen und - ebenso wie Hoffs - Gründungsmitglied der Bürgerstiftung Bocholt, hat Hoffs derweil eine Mail geschrieben: Er solle wissen, dass er seine "ätzende, teilweise ironische oder sarkastische Kritik an Ludger Dieckhues in keinster Weise teile, sie auch für eine absolute Minderheitenmeinung der Bocholter halte". Dieckhues habe Hoffs oder anderen Kulturschaffenden keine Knüppel zwischen die Beine geworfen. "Das Gegenteil ist der Fall", so Rickert. Hoffs Schreiben sei schädlich und nachteilig für Bocholt und damit auch "für die Bürgerstiftung, die uns einen neuen Saal auf dem Schützenhaus-Gelände verschaffen soll".

Hoffs Brief sei "unverschämt und drastisch", findet auch Matthias Funke, Vizevorsitzender der Werbegemeinschaft Bocholt. "Wir sind um jeden Parkplatz besorgt." Um Veranstaltungen auf dem Berliner Platz sei es ganz generell in dem "gemeinsam formulierten" Brief an Nebelo gegangen, die Pepperoni-Veranstaltung sei nur die nächste auf der Liste gewesen. "Das hatte nichts mit Klaus Hoffs zu tun. Seine Vorwürfe sind so absurd, dass ich nicht darauf eingehen will."

Hoffs wiederum versteht die ganze Aufregung nicht: "Ich bin da angegriffen worden", sagt er. Und: "Ich habe ganz normal geantwortet." Sein Verteilerkreis sei sogar kleiner gewesen als der der Werbegemeinschaften. Für viel Gesprächsstoff in der Stadt hat er dennoch gesorgt. Katastrophal und grauenhaft sei Hoffs Brief, sagt Michael Lemke, Fraktionschef der Freien Grünen/Linken. "Wir waren geschockt und fanden ihn unmöglich." Drei Seiten voller Unterstellungen: "Das passt nicht zu dem Stil, den wir in der Stadt haben wollen. Damit disqualifiziert er sich selbst."

CDU-Fraktionschef Herbert Panofen und SPD-Fraktionschef Peter Wiegel halten sich zurück, doch Stadtparteichef-Chef Dieter Hübers findet ebenfalls klare Worte: "Den Ruf und das Ansehen Dieckhues‘ zu beschädigen, geht nicht", sagt er. "Wir sollten froh sein, dass wir ihn haben." Hoffs‘ Drohungen halte er für "dummes Zeug". Er könne sich aber gut vorstellen, dass dessen Verhalten noch einmal bei den Haushaltsberatungen zur Sprache komme - wenn es um Zuschüsse für die Bühne Pepperoni gehe.

Deren Verdienste werden von niemandem angezweifelt. "Die Bühne Pepperoni ist eine tolle kulturelle Einrichtung über Bocholts Grenzen hinaus", sagt auch Dieckhues, der sich zu Hoffs Vorwürfen ansonsten nicht äußern will. Nur: "Manches Handeln des Intendanten ist - nicht nur für mich - einfach nur unverständlich", zumal es im Winter ein gutes, zukunftsgerichtetes Gespräch gegeben habe. "Nennen wir es: Schade!"

Einige Vorwürfe des Intendanten Klaus Hoffs

Zum Weihnachtslieder-Auffrischungs-Seminar der Bühne Pepperoni auf dem Gasthausplatz schreibt Klaus Hoffs beispielsweise: "Genau zu dem Zeitpunkt, als der WDR live berichtete, wurde dieser Abend durch ein Feuerwerk der Stadtmarketing ,unterstützt‘. Die Redakteurin gab auf, die Lautsprecheranlage war dem Feuerwerk nicht gewachsen. Zudem hatte Herr Dieckhues wohl Bedenken, dass die Besucher des Weihnachtsmarktes diesen zum Gasthausplatz verlassen würden. Sein (Dieckhues‘, d. Red.) Gegenargument: Während unserer zweieinhalb Stunden: Glühwein vor dem Rathaus zum Sonderangebot!" 2015, beim Weihnachtslieder-Auffrischungsseminar auf der Ravardistraße, sei die Absperrung zu spät erfolgt, behauptet Hoffs zudem. Ob es in Bocholt noch ein weiteres Weihnachtslieder-Auffrischungs-Seminar geben werde, sei ungewiss. "Ihnen ist doch bekannt: Andere Städte haben auch hübsche Töchter." An anderer Stelle schreibt er: "Bei all diesen ,Knüppeln‘ macht es keine Freude, Zeit und Geld in die Attraktivität Bocholts zu investieren. Ein sehr schönes Gelände ist übrigens das Kloster Kraul."


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