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Regionales

Zeelink 2: Im Kreishaus liegen Hunderte Seiten zur Planung der Ferngasleitung aus

Mittwoch, 11. Mai 2016 - 18:10 Uhr

von Hans-Georg Knapp

Kreis Borken - Zu der Ferngasleitung "Zeelink 2" gebe es für den Kreis Borken nur drei Aktenordner, sagt Roland Schulte. "Das ist noch sehr überschaubar." Wie viele Seiten die Ordner umfassen, kann der Fachbereichsleiter für Natur und Umwelt auf die Schnelle nicht sagen. Es seien jedenfalls mehrere Hundert, und "die Masse" bestehe aus Karten. Text- und Kartenteile können seit Montag im Kreishaus eingesehen werden.

Foto: Open Grid Europe

Werden Ferngasleitungen gebaut, wirkt dies beträchtlich auf Natur und Landschaft ein. Roland Schulte, zuständiger Fachbereichsleiter beim Kreis Borken, spricht mit Blick auf "Zeelink" von einer "raumbedeutsamen Planung". Die könnte am 9. Ju

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Die Planungsunterlagen zeigen, wie, wann und wo die geplante Ferngasleitung gebaut werden könnte, die von St. Hubert (Kreis Viersen) bis nach Legden führen soll. Text- und Kartenteile können seit Montag im Kreishaus Borken eingesehen werden.

Bisher habe noch kein Bürger hineingeschaut, berichtet Schulte. Das eigentliche Interesse werde wohl erst mit dem Planfeststellungsverfahren einsetzen, vermutet er. Das sei erst für 2017 vorgesehen; jetzt gehe es um das Raumordnungsverfahren und damit um einen Vergleich der möglichen Trassenverläufe.

Schulte zufolge gibt es für den Kreis Borken drei Varianten. Von denen sei die längste, die auch noch den Kreis Coesfeld berührte, am unwahrscheinlichsten. Schließlich wären damit die höchsten Kosten verbunden; hiervon betroffen wären mehr Menschen und Natur.

Die Vorzugsvariante skizziert der Fachbereichsleiter so: An der Grenze zum Nachbarkreis Wesel werde "Zeelink 2" zunächst Raesfeld berühren, sich dann zwischen Borken und Heiden in Richtung Velen wenden, westlich des Knotenpunkts A31/B67 die Bundesstraße unterqueren und zwischen Velen und Hochmoor verlaufen, um nördlich von Hochmoor die Autobahn zu unterqueren; von dort aus führte die Gasleitung zwischen Gescher und Coesfeld nach Legden. Die Unterschiede zwischen den beiden wahrscheinlicheren Routen nennt Schulte "eher marginal". Die Leitungsstrecke, die durch den Kreis verläuft, ist etwa 48 Kilometer lang; die Gesamtstrecke von St. Hubert nach Legden beträgt rund 110 Kilometer.

Baustart könnte Ende 2018 sein. Schulte sagt: "Ob es so klappt - warten wir’s mal ab!" Im Jahr 2021 solle die Gasleitung jedenfalls in Betrieb gehen. "Schön" sei ein solcher Leitungsbau nie, räumt der Fachbereichsleiter ein. Doch er zeigt sich zuversichtlich, dass "wir es schaffen werden, hier in der Region eine verträgliche Trasse hinzubekommen". Von den Schäden in Natur und Landschaft sei später nicht mehr viel wahrzunehmen - das sei anders als etwa bei einem Hochleitungsbau.

Die Bautrasse ist 38 Meter breit und in "sensiblen Landschaftsbereichen" wie Feld und Wald etwas schmaler. Auf weiteren fünf Metern links und rechts der Trasse dürfe es künftig weder Bebauung noch hochwachsende Bäume geben, sagt Schulte und deutet auf die Rahmenvereinbarung des Netzbetreibers Open Grid Europe mit dem Landwirtschaftlichen Kreisverband: "Die Entschädigungsfragen dürften im Prinzip geklärt sein."

Als Naturschutzgebiet ist laut Schulte in jedem Fall die Berkel betroffen, die "Zeelink 2" zwischen Gescher und Coesfeld erreicht. Da werde sich der Netzbetreiber "was überlegen müssen", sagt Schulte.


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