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Lokaler Sport

BVB will in die Zweite Bundesliga

Donnerstag, 9. Februar 2017 - 17:40 Uhr

von Matthias Grütter

Bocholt - Der Vorstand des BV Borussia Bocholt hat beschlossen, den Antrag für die Zweite Frauen-Fußball-Bundesliga zu stellen. "Es wird jetzt mit Hochdruck daran gearbeitet, diesen Antrag bis zum 15. März an den DFB schicken zu können", berichtet Dennis Kallwitz. Er ist der Coach der BVB-Fußballerinnen.

Foto: Christian Klumpen

Der BV Borussia Bocholt mit Franziska Wenzel (rechts) stellt den Antrag zur Zweiten Bundesliga. Die Ex-Bocholterin Jana Schwanekamp spielt für den Tabellenführer 1. FC Köln II.

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Diese nehmen in der Regionalliga mit 29 Punkten den starken zweiten Rang ein. In der Winterpause ist die zweite Mannschaft des 1.FC Köln mit zwei Punkten Vorsprung Tabellenführer. Der Meister steigt in das deutsche Unterhaus auf. Das hätten die Bocholterinnen in der Vorsaison, die sie ähnlich stark absolviert haben, nicht schaffen können. Damals wurde kein Antrag für die Zweite Liga gestellt. Nun stellt sich die Situation aber völlig anders da. In der Vorsaison war früh klar, dass Arminia Bielefeld aufsteigen würde. Da hatte der BVB keine Chance und war von der Situation ein Stück weit überrollt worden, überhaupt einen Antrag zu stellen, wie Kallwitz am Donnerstag bekannte: "Wir haben uns gar nicht groß damit beschäftigt."

Jetzt wären die Borussen - wäre die Saison nun beendet - sportlich aufgestiegen, als Tabellenzweiter. Der Spitzenreiter 1.FC Köln II dürfte den Klassensprung nicht machen, da die erste Mannschaft bereits in der Zweiten Bundesliga spielt - dort aber ebenfalls um den Aufstieg kämpft. Theoretisch könnten die Bocholterinnen sogar als Tabellenvierter die Saison abschließen und dennoch aufsteigen, wenn Reserveteams vor ihnen stünden, die nicht aufsteigen dürfen, oder wenn Teams besser abschneiden, die keinen Antrag gestellt haben.

Wichtige Punkte waren nun zu erfüllen. "Wir haben die Zusagen von unseren Spielerinnen, dass sie auch bei einem möglichen Aufstieg keinen finanziellen Ausgleich bekommen werden", sagt Kallwitz. Will heißen: Der BVB zahlt keine Gehälter für die Spielerinnen.

Der Borussen-Coach räumte mit der Mär auf, "dass die Zweite Bundesliga teuer ist. Das ist eine Falschmeldung", so Kallwitz. Zwar möchte der DFB ganz klar, dass sich kein Verein um Kopf und Kragen bringt. Er möchte auch von den Vereinen wissen, was in den vergangenen Jahren passiert ist und wie sie finanziell aufgestellt sind. "Aber alles andere ist Sache des Vereins", sagt der BVB-Trainer. "Wir müssen nicht ein Kapital von zum Beispiel 100.000 Euro vorweisen."

So geht es vor allem darum, ein Sicherheitskonzept vorzulegen. Die Borussen sind in Gesprächen mit der Stadt. Das Ordnungsamt, die Feuerwehr und die Polizei müssen mit ins Boot geholt werden. Dabei geht es am Sportzentrum Nord-Ost um Fluchtwege. Zudem müsse der BVB genügend Parkplätze und zwei separate Stadioneingänge vorweisen. Alle Punkte würden schon erfüllt, sagte Kallwitz.

Aber über allem schwebt erst einmal: "Wir müssen die nächsten vier Wochen sportlich gut überstehen. Wir müssen uns ja auch erst einmal für die Zweite Bundesliga qualifizieren. Das wird schwer genug", betont Kallwitz. "Aber die Freude ist unheimlich groß, dass der Vorstand sich entschieden hat, den Antrag zu stellen. Das ist eine gute Geschichte für Bocholt, das ist für Borussia eine gute Außendarstellung."

Kallwitz unterstrich, dass kein neuer Sponsor auf der Bildfläche erschienen sei, weshalb der Antrag beim DFB nun eingereicht werde. Allerdings wünscht sich der BVB schon, dass sich Geldgeber finden werden.

Höhere Kosten

Eines ist auch klar: Auf den BV Borussia Bocholt würden höhere Kosten zukommen, würden die Frauen-Fußballerinnen in die Zweite Bundesliga aufsteigen. "Die Hälfte der Auswärtsspiele wären ähnlich weit mit denen in der aktuellen Saison. Aber bei fünf, sechs Spielen müsste man schon eine Übernachtung einrechnen, wenn wir denn der Zweiten Bundesliga Nord zugeordnet werden würden, was uns der DFB allerdings signalisiert hat", sagt BVB-Trainer Dennis Kallwitz.


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