Dochdu
"Das DochDu": Die Kultparty
27.12.2011

DochDu-Kultparty lockt viele Bocholter an

Bocholt. Der Saal im Bocholter Brauhaus war schon voll und die Schlange derer, die immer noch draußen warteten, reichte am Freitag fast bis zum Parkplatz. Da schmiedeten Georgia Fillies (Ogi) und Linda Haas schon die nächsten Pläne. „Das habe ich noch von damals“, sagte Haas und hielt ein kleines silbernes Venus-Symbol hoch, das an ihrer Kette hing. Gemeinsam mit Ogi Frauengruppe des DochDu

habe sie damals die erste Frauenveranstaltung im DochDu organisiert und eine Frauengruppe gegründet, berichtete sie. Und Ogi lacht: „Das könnte man ja auch wieder auferstehen lassen!“ Doch an diesem Abend hatte sie erst einmal genug zu tun, denn allein im Kartenvorverkauf waren bereits 1000 Karten weggegangen.

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Video: BBV-TV

„Ich sehe hier ohne Ende Leute von damals“, sagte Türsteher Christian Wißen, der früher ebenfalls regelmäßig das DochDu aufsuchte. „Man bezahlte fünf Mark Eintritt und bekam dafür einen gelben Chip mit einer Ente darauf.“ Ihm habe am DochDu besonders gefallen, dass er dort völlig frei feiern konnte, ohne auf Etikette achten zu müssen. „Und wenn man mal knapp bei Kasse war, dann wurde auf die Hand gespuckt und der Stempel einfach kopiert“, fügte Wißen lachend hinzu.

Klaus Wilting hatte nur durch Zufall noch ein Ticket für den Abend ergattert. „Um 18 Uhr habe ich mich schon angestellt, doch nach einigen Leuten wurde die Abendkasse schon wieder geschlossen. Eine Bekannte hat mir letztendlich ihre Karte überlassen, weil sie Für BAP extra angereist

krank ist.“ Auch Wilting kann sich noch an so manche Geschichte von damals erinnern. Als Student sei er Ende der 80er-Jahre extra für ein Konzert von BAP aus Münster gekommen. „Da war es so voll, dass man nicht mal sein Bier trinken konnte“, sagte er lachend.

Vera Steenkamp, die damals aufs Mariengymnasium ging, gefiel am DochDu besonders, dass man immer nette Leute traf und „Musik vom Feinsten“ gespielt wurde. „Wenn wir mittags dort saßen, haben uns manchmal die Lehrer dort gesehen“, sagte sie. Diese hätten ihnen dann vorwurfsvolle Blicke zugeworfen, „weil es ja schon ein bisschen verrucht war“, sagte Steenkamp.

Im Brauhaus traf man sich nun wieder und die Stimmung war gut und ausgelassen. „Meisi“, Sänger der Band „Weel“, war beim Anblick der vielen Menschen vor seinem Auftritt schon etwas aufgeregt. „Es ist wirklich ein Höhepunkt, dass so viele Leute da sind“, sagte er. Mit Songs unter anderem von Jimmy Hendrix und Nirwana verliehen er und die Band dem Abend die richtige Atmosphäre, um in alten Erinnerungen zu schwelgen und zu tanzen.

„Der Geist spukt noch in den Leuten“, sagte Organisator Harm Klomps, der das Geschehen mit großer Freude von der Bühne aus betrachtete. „Wir hätten nie damit gerechnet, dass so viele kommen. Ganz Facebook ist voll Suchender, die noch irgendwo eine Eintrittskarte ergattern möchten.“ Und draußen warteten die Leute Lange Schlange

hartnäckig weiter, trotz klarer Ansage der Türsteher. Und jedesmal wenn sich die Schlange gerade aufzulösen schien, kamen noch so viele Nachzügler, dass sie bald wieder bis zum Parkplatz reichte. Gestern sollte es mit neuen DochDu-Veranstaltungen weitergehen.

Video: BBV-TV

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