Dochdu
"Das DochDu" - Folge 4: Die Konzerte- Teil 2
31.12.2011

Geschichten über Kondome und Riesen-Eintrittskarten

Bocholt. Unmengen an Geschichten und Anekdoten wissen Harm Klomps und Georgia Fillies aus ihrer Zeit im DochDu zu erzählen. „Wir haben uns immer um ein enges Verhältnis zu unseren Gästen, aber auch zu den Musikern und Bands bemüht, die bei uns in der Zeit von 1981 bis 1997 auftraten“, sagt Harm Klomps.

Gerne erinnert er sich an die Aktion der Rockgruppe Fasten Sealt Belt (FSB), mit der es die Band sogar ins Guinness-Buch der Rekorde schaffte. „Das war ein toller Werbegag“, sagt Klomps. Zu ihrem DochDu-Konzert im September 1994 verkaufte die Band die bis dahin größte Eintrittskarte der Welt – und das gleich über 200 Mal, erinnert sich FSB-Gitarrist und -Gründer Matthias Grütter.

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„Unsere Eintrittskarte war etwa 1,2 Quadratmeter groß. Den Rekord im Guiness-Buch hielten wir rund zehn Jahre lang, bis er vor einigen Jahren in Südamerika geknackt wurde“, sagt Grütter. Eine originale FSB-Eintrittskarte befindet sich übrigens als Dauerleihgabe in Gronau im Rock- und Pop-Museum, zusammen mit der damals vom Guinessbuch der Rekorde verliehenen Urkunde.

Eine andere Geschichte, bei der es um 50 Kilogramm Eis ging, ist Harm Klomps ebenfalls noch in Erinnerung. Kein Geringerer als John Mayall, der „weiße Vater des schwarzen Blues“, gab die kilogrammschwere Bestellung zu seinem DochDu-Konzert auf. „Ich habe damals sämtliche Kneipen in Bocholt abgeklappert, um die Eismenge zusammenzubekommen. Es hat auch geklappt“, sagt Klomps.

Als er nach dem Konzert jedoch feststellte, dass nur eine Hand voll Eis fehlte, wollte er doch wissen, für was er sich die ganze Mühe gemacht hatte und fragte nach. Die Antwort habe ihn damals umgehauen, sagt der 59-Jährige heute. John Mayall brauchte das Eis für sich und seine Musiker, damit sie ihre Getränke darin kühlen konnten.

Da sei die Gruppe Trio wesentlich bescheidener gewesen. „Die haben damals bei uns sogar umsonst gespielt“, erinnert er sich. Trio-Sänger Stefan Remmler sei nach dem Konzert mit der Mütze herumgegangen und habe Spenden eingesammelt.

Oder die Sache mit der in den 80ern total angesagten Funk-Band Mothers Finest. Sie habe in ihrem Vertrag damals festgelegt, dass jeder Veranstalter eine Auswahl an Kondomen vorrätig haben müsste. „Wir waren deshalb mit allen möglichen Modellen ausgestattet, und die waren tatsächlich schon nach einer Stunde vergriffen.“ Für die Sängerin und den Bassisten der Band sei jeweils eine eigene Suite verlangt worden, für 500 Mark je Person. „Da etwas Geeignetes damals in Bocholt nicht zu finden gewesen war, haben wir die Band in Köln untergebracht, wo sie sowieso am nächsten Tag auftrat“, sagt Georgia Fillies.

Auch die damals noch eher unbekannte Gruppe Talk Talk habe genau gewusst, was sie wollte: Vom Feinsten nur das beste – Lachsbrötchen, Kaviar und Champagner. Selbst die Whiskeysorte war vertraglich vorgeschrieben. „Das hat uns damals vor große Probleme gestellt, da es im DochDu grundsätzlich nur Kaffee, Kuchen und Brötchen gab“, sagt Harm Klomps. „Aber auch das haben wir geschafft!“

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