Testwahl mit SPD-Sieg

Schüler der neunten und zehnten Klassen der Fridtjof-Nansen-Realschule erlebten am Dienstag einen Jugendaktionstag zum Thema „Europa“ an ihrer Schule.Foto:
Schüler der neunten und zehnten Klassen der Fridtjof-Nansen-Realschule erlebten am Dienstag einen Jugendaktionstag zum Thema „Europa“ an ihrer Schule.Foto:
(Klaus Wiedau)


Gronau - „Warum sprechen wir in Europa nicht alle nur Englisch?“ Oder: „Warum haben die Länder der Europäischen Union überhaupt unterschiedliche Gesetzgebungen?“ Mit solche Fragen forderten die Schüler der neunten und zehnten Klassen am Dienstag die eingeladenen Politiker. Denn unter dem Motto „EUre Zukunft: EUropa gemeinsam gestalten!“ fand an der Fridtjof-Nansen-Realschule der Jugendaktionstag statt.

Initiator diese besonderen Schultages war der stellvertretende Schulleiter, Christian Bauer. Die Aktion knüpfte an die Ernennung zur Europaschule an (WN berichteten) und soll den Schülern die Aufgaben der Europäischen Union näherbringen,


Der Aktionstag wurde mit einem Jugendforum eröffnet bei dem Bürgermeister Karl-Heinz Holtwisch und Gronaus FDP-Vorsitzende Petra Raad den Schülern zu diversen EU-Fragen Rede und Antwort stehen mussten. Oft tauchte dabei die Frage nach fehlender Vereinheitlichung auf, die die Schüler beschäftigte und von den Politikern mit den verschiedenen Identitäten der Europäischen Unionsländer erklärt wurde.

Auch wurden die beiden Politiker gefragt, ob in absehbarer Zeit noch EU-Zuwachs folgen werde. Die Lokalpolitiker erklärten, dass die Aufnahme in die Europäische Union auch an gewisse Anforderungen geknüpft ist. Darüber hinaus darf die Förderung von kürzlich beigetretenen EU-Ländern nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, weil mehrere Länder in kürzerer Zeitspanne in das Bündnis aufgenommen werden.

Am Ende der Gesprächsrunde erläuterte ein Kurzfilm das Wahlverfahren zur kommenden Europaparlamentswahl am 7. Juni. Danach wurde den Schülern die Möglichkeit gegeben, eine Probewahl an ihrer Schule durchzuführen. Die Urne mit den ausgefüllten Stimmzetteln nahm dann das Wahl-Komitee zur weiteren Auszählung in sichere Verwahrung.

Zu den verschiedenen Projekten, die Vertreter des Vereins „Bürger Europas“ vorbereitet hatten, gehörte auch ein Online-EU-Wissens-Quiz bei dem die Schüler gegen andere Jugendgruppen oder Klassen aus Europa antreten konnten. Bei diesem Europaspiel, mit dem Titel „thats eUrope“, wurden die Schüler zum Beispiel nach dem Motto der EU oder nach den Aufgaben des EU-Parlaments befragt. Die Schüler mussten immer in möglichst kurzer Zeit aus drei vorgegebenen Antworten wählen. Henrike Menze von den „Bürgern Europas“ übernahm hier die Moderation und führte die 9b von Klassenlehrer Paul Hölscher sogar zum 7:6- Punktsieg gegen die 12. Klasse des Würzburger Wirsberg-Gymnasiums.

Referentin Katrin Wissenz informierte derweil Schüler des Sozialwissenschafts-Kursus von Gabriele Wenning über das Thema „Die EU im Brennpunkt der Globalisierung“. Hier wurden den Schülern die Ursprünge der EU und die gegenwärtigen Schwerpunkte der EU-Politik nähergebracht. Die Palette reichte von den Ursprüngen des Schuman-Plans 1950 bis zur heutigen Verfassung der Europäischen Union.

Im dritten Angebot der „Bürger Europas“ nahm Projektleiter Michael Kempmann die Schüler mit auf einen virtuellen Rundgang durch das Europäische Parlament und führte ihnen vor Augen, wie gemeinsame Politik von 27 Staaten funktionieren kann.

Als gegen Ende des Aktionstages die ausgewerteten Wahlzettel vorlagen, verkündete das Fridtjof-Nansen Wahl-Komitee die Ergebnisse: Die SPD gewann mit 47,1 Prozent der Stimmen. Zweiter die CDU mit 18 Prozent. Rang drei belegten die Grünen mit 12,4 Prozent, und den vierten Platz teilten sich die FDP und andere Parteien mit 6,7 Prozent. Die Linke kam nur auf 3,4 Prozent Stimmenanteile.


11 · 03 · 09



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