Hamminkeln. Während der Euro sich dank griechischer Staatsverschuldung im Sturzflug befindet, ist der Appel in Hamminkeln krisensicher. Eine Stunde Arbeit, das sind 20 Äppel. Das war vor zehn Jahren nicht anders. Damals gründete sich der Tauschring „Für´n Appel und´n Ei“ in Hamminkeln. Als Kinder der Lokalen Agenda, wie Mitbegründer Heinz Baumeister noch heute stolz sagt. Denn erst diese städtische Schützenhilfe war mitentscheidend dafür, dass der Tauschring wachsen konnte. „Geld ist Vertrauenssache“, weiß Baumeister.
Dank dieses Vertrauens durfte der Tauschring schnell wachsen. Inzwischen zählt er 160 Teilnehmer, die jährlich an die 40000 Äppel umsetzen, in Spitzenjahren sogar 50000 Äppel. Denn das ist das Prinzip des Tauschens: Dienstleistungen und Waren werden in Äppel verrechnet, der Euro spielt keine Rolle. Die Arbeitszeit ist der maßgebende Faktor. Ganz am Euro kommt man aber nicht vorbei. Wer zum Beispiel etwas verkaufen möchte, braucht einen Umrechnungsfaktor. Da sind dann 20 Äppel 10 Euro. Und auch das Finanzamt kann mit der vereinseigenen Währung nichts anfangen. Die jährliche Steuererklärung wird in Euro umgerechnet.