Vor 50 Jahren wurde Karl Schüttert zum Priester geweiht. Sein goldenes Priesterjubiläum feiert der emeritierte Pfarrer
am Sonntag in seiner alten Heimatstadt Rhede. Hier war er 39 Jahre lang Pfarrer von St. Gudula.
Der Werdegang
Pfarrer Karl Schüttert wurde 1932 in Stadtlohn geboren. Nach dem Abitur 1953 begann der Sohn eines Arztes in Münster mit dem Theologiestudium. Ein Semester führte ihn nach Innsbruck, wo er unter anderem bei Karl und Hugo Rahner studierte. Am 21. Februar 1959 wurde er im Dom zu Münster zum Priester geweiht. Nach Stellen in Bocholt, als Kaplan und Vikar in Selm, Lünen und Laer kam Schüttert 1968 nach Rhede, wo er bis zu seiner Emeritierung an seinem 75. Geburtstag Pfarrer von St. Gudula war. Seit Oktober 2007 lebt Schüttert in Gescher.
RHEDE/GESCHER Der eigentliche Weihetag liegt bereits ein paar Tage zurück. Am vergangenen Samstag jährte sich die Priesterweihe von Karl Schüttert zum 50. Mal. Weil der Termin genau aufs Karnevalswochenende fiel, feiert der ehemalige Pfarrer von St. Gudula erst an diesem Sonntag in seiner früheren Gemeinde in Rhede. Ganz unlieb ist Schüttert die Verschiebung nicht. So blieb ihm an seinem Jubeltag Zeit zur Besinnung. Am Vormittag seines goldenen Priesterjubiläums feierte er einen Gottesdienst - in Erinnerung an das erste Mal, als er zelebrieren durfte. Anschließend zog er sich ins Kloster Gerleve zurück, um dort ungestört die fünf Jahrzehnte als Priester zu reflektieren.
„Bevor Sie fragen”, sagt Schüttert: „Ich liebe diesen Beruf.” Auch nach 50 Jahren sage er „vorbehaltlos Ja” zu dieser Entscheidung. Sicher würde er eine Reihe von Dingen anders machen, aber seine Entscheidung habe er nie bereut. Was er anders machen würde? Da hält Schüttert sich zurück. „Das ist für mich und den lieben Gott.”
Schüttert erzählt, dass seine Berufswahl Ergebnis eines längeren Prozesses war. Bereits als Kind sei es sein Wunsch gewesen, Priester zu werden. Hinzu kamen „gute Religionslehrer” und ein Kapuzinerpater in der Gemeinde, der ihn sehr beeindruckt habe. Offenbar nicht nur ihn. Immerhin hätten von den 18 Abiturienten seines Jahrgangs drei Theologie studiert.
Seitdem er im Ruhestand ist, genießt Schüttert die freie Zeit, um Bücher zu lesen, zu denen er früher nicht kam und sich intensiver mit theologischen Fragen zu beschäftigen. Außerdem spielt Schüttert wieder Orgel. Dieses Hobby „war mir in Rhede etwas abhanden gekommen”. Obgleich Schüttert einräumt, dass ihm das Spielen nicht mehr so leicht fällt wie früher. Mit dem Alter lasse die Konzentrationsfähigkeit nach.
„Wenn man über 70 ist, wird es doch schwieriger”, sagt Schüttert und bezieht das nicht allein auf die Musik. Auch wenn ihm der Abschied aus Rhede schwer gefallen ist - nicht mehr die Verantwortung für eine Gemeinde zu tragen, empfindet er als Erleichterung. Auch wenn er einräumt, dass er in den ersten Monaten nach seinem Abschied aus Rhede nicht gut zurecht gewesen sei. Den „wunderschönen Abschiedstag” hat er noch gut in Erinnerung und das Buch, das ihm die Gemeinde damals schenkte, liegt griffbereit im Wohnzimmer der neuen Wohnung in Gescher. Dass ihn seine alte Gemeinde eingeladen hat, in St. Gudula das goldene Priesterjubiläum zu feiern, freut Schüttert sehr. Schließlich verbrachte er von seinen 50 Jahren als Priester fast 40 Jahre in Rhede.
Das Festhochamt zum goldenen Priesterjubiläum von Karl Schüttert beginnt am Sonntag, 1. März, um 10.30 Uhr in St. Gudula. Gegen 11.45 Uhr schließt sich ein Empfang im Pfarrheim St. Gudula an.