Die Gudula-Gemeinde will die Pfarrhäuser in Krechting und Vardingholt verkaufen. „Wir müssen Flächen einsparen”, sagt Pfarrer Arndt Thielen. Denn weil die Gebäude leer stehen, fallen sie aus der Kirchensteuerberechnung.
RHEDE Die Grundsatzentscheidung ist schon im Frühjahr 2008 gefallen, aber erst jetzt kann es los gehen: Die Pfarrgemeinde St. Gudula will die Pfarrhäuser in Krechting und Vardingholt verkaufen. Die Grundstücke bleiben im Besitz der Gemeinde, werden zu Erbpachtgrundstücken. „Die Ausparzellierung musste erst vorbereitet werden”, sagt Pastor Arndt Thielen. „Aber jetzt ist es so weit.”
Die Gründe für den Verkauf sind finanzieller Natur. „Wir müssen Flächen einsparen”, erläutert Thielen. „Die Gemeinde hat nur einen gewissen umbauten Raum zur Verfügung, der vom Bistum Münster refinanziert wird.” Dazu gehören Gebäude wie Pfarrhäuser und Pfarrheime. Leerstehende, nicht genutzte Häuser werden aus der Berechnung der Kirchensteuer herausgenommen. Die Unterhaltungskosten laufen jedoch weiter und belasten den Gemeindesäckel weiter.
„Wir haben vier Pfarrhäuser aber nur noch einen Pfarrer”, sagt Thielen. „Ich finde, dass der Pfarrer an die Pfarrkirche gehört, deshalb bin ich ins Pfarrhaus St. Gudula gezogen.” Die anderen Priester der Gemeinde hätten sich um die Kirche angesiedelt, damit alle untereinander kurze Wege hätten.
Das Pfarrhaus Zur Heiligen Familie wurde renoviert und wird nun als Caritas-Haus genutzt. Dort haben das „Offene Ohr” und die Kleiderkammer eine Heimat gefunden. Blieben die Pfarrhäuser in Krechting und Vardingholt.
„Wir haben alles durchdacht, was man mit den Häusern machen könnte. Aber wenn man vermietet, muss man umbauen”, sagt Thielen. Und das sei wieder mit Kosten verbunden. Also haben sich die Kirchengremien für einen sauberen Schnitt entschieden. „Natürlich ist Wehmut dabei, aber da muss man einen kühlen Kopf bewahren”, so Thielen. „Ich frage die Leute immer: Was wenn das eurer Privathaus wäre und ihr nicht einziehen könntet? Ich habe keine Kinder die ich da einziehen lassen kann.”
Im Vardingholter Pfarrhaus wohnt zurzeit noch die ehemalige Haushälterin von Pater Olthof. Um eine neue Wohnung wird sich die Kirchengemeinde kümmern, versichert Thielen.
Beide Pfarrhäuser bieten rund 200 Quadratmeter Wohnfläche. „Das ist ein bisschen größer als ein normales Wohnhaus, aber dort gab es ja auch die Pfarrverwaltung und Wohnräume für den Pfarrer, die Haushälterin und vielleicht einen Kaplan”, sagt Klaus Eckers vom Pfarrgemeinderat, der in der Zentralrendantur in Bocholt arbeitet und sich um den Verkauf der Häuser kümmert.
Das Vardingholter Pfarrhaus wurde etwa 1950 gebaut, dazu gehören 650 Quadratmeter Grundstück in Erbpacht. Krechting bekam 1960 ein Pfarrhaus, es steht auf einem 550 Quadratmeter großen Grundstück.
„Es wäre schön, wenn Leute aus der eigenen Gemeinde Interesse hätten”, sagt Pfarrer Arndt Thielen.