75 Jahre: St. Marien in Vardingholt feiert Jubiläum

Voll war es auf dem Gelände der ehemaligen Schule in Vardingholt. Dort konnten sich die Kinder schminken oder mit Tatoos verzieren lassen.
Voll war es auf dem Gelände der ehemaligen Schule in Vardingholt. Dort konnten sich die Kinder schminken oder mit Tatoos verzieren lassen.
(KNUFMANN)


Bei der Einweihung der St.-Marien-Kirche vor 75 Jahren zitterten die Gäste vor Kälte. Bei der Jubiläumsfeier am Sonntag
kamen sie ins Schwitzen. Bei herrlichem Sommerwetter trafen sich die Vardingholter zum Marienfest.


Das Verfahren läuft Der Erlös des Jubiläumsfestes von St. Marien wird für die Erweiterung des Friedhofes in Vardingholt benötigt. Das Genehmigungsverfahren für die Vergrößerung ist bereits angelaufen, der Ausbau soll möglichst schnell erfolgen.

RHEDE-VARDINGHOLT „Saukalt” sei es im Januar 1934 gewesen. Daran kann sich Albert Nienhaus noch sehr gut erinnern. „Wir haben uns beinahe die Zehen abgefroren, als wir fast fünf Stunden auf den Bischof warten mussten”, sagt der Vardingholter, der damals elf Jahre alt war. Zur feierlichen Weihe der St. Marienkirche in Vardingholt reiste vor 75 Jahren Bischof Graf von Galen von Münster nach Vardingholt.


Am Sonntag feierten die Vardingholter das Jubiläum ihrer Kirche mit einem Marienfes bei herrlichem Sommerwetter. Frieren brauchte niemand. Zum Bau der Kirche kam es 1933 durch einen außergewöhnlichen Glücksfall. Der Gastwirt Wilhelm Stockhorst hatte seinem Sohn versprochen, einen Teil seines Lottogewinnes - damals 30000 Reichsmark - für den Bau einer Kapelle zu spenden. Dass aus der kleinen Kapelle eine große Kirche wurde, lag an der Initiative der Vardingholter Gemeindemitglieder. Viele Geldgeber und die tatkräftige und unkomplizierte Arbeit miteinander machten es möglich, dass vom Bauantrag bis zur Einweihung des Kirchenbaus nur sechs Monate ins Land gingen.

„War zu jener Zeit die Kirche in Weiß geschmückt - die Braut tritt zum Altar - so erstrahlt sie heute in Gold und Silber,” sagte Rita Böing vom Pfarrgemeinderat St. Gudula bei der Jubiläumsfeier und bedankte sich für den Einsatz der Nachbarschaft, die Papierröschen aus Gold- und Silberpapier gebastelt hatten. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Michael Rößing überreichte ein Rosenbäumchen als Symbol für das Blühen der Gemeinschaft. Pfarrer Arndt Thielen würdigte in seiner Ansprache die großen ehrenamtlichen Leistungen der Gemeindemitglieder, die weit über das kirchliche Ehrenamt hinausgingen. „Ohne dass Menschen sich füreinander einsetzen, ist weder kirchliches noch gesellschaftliches Leben in der Gemeinschaft denkbar,” sagte Thielen. Zum Jubiläum ihrer Kirche feierten die Vardingholter ein lebhaftes Gemeindefest, an dem sich die einzelnen Vereine aus dem Ort mit vielen unterschiedlichen Aktionen beteiligten.

Die Preise, die bei der „Marienlotterie” gewonnen werden konnten, hatten Gemeindemitglieder und Firmen gestiftet. „Wir waren von den Preisen und der Großzügigkeit der Sponsoren völlig überwältigt,” sagte Ute Brünenberg. Sie war, zusammen mit anderen Helfern für die Lotterie zuständig. Die Damen vom Kirchenchor hatten eine Cocktailbar eröffnet und verkauften bunte Mixgetränke. Johanna Wanning und Josefa Tekampe vom Landfrauenverband brutzelten köstlich duftende Buchweizenpfannkuchen. Etwas Besonderes war der Film, den Michaela Möllmann aus privatem und städtischem Material über die Geschichte der Gemeinde zusammengestellt hatte. Das Zeitdokument wurde während des Festes gezeigt, konnte aber auch als DVD erworben werden.


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