Winterkamp auf dem Gudula-Empfang: Die Heiligen als Vorbild

„Machen sie aus Ihrer von Gott geschenkten Heiligkeit etwas“: Dechant Dr. Klaus Winterkamp sprach auf dem Patronatsfest der Gudula-Gemeinde zum Thema „Der Heilige und die Heiligen“
„Machen sie aus Ihrer von Gott geschenkten Heiligkeit etwas“: Dechant Dr. Klaus Winterkamp sprach auf dem Patronatsfest der Gudula-Gemeinde zum Thema „Der Heilige und die Heiligen“
(Foto: Anya Knufmann)


Rhede. „In Rhede steht die Kirche immer noch mitten im Dorf“, sagte Michael Rößing, Mitglied des Pfarrgemeinderates St. Gudula. Zum diesjährigen Patronatsfest hatte die Pfarrgemeinde eingeladen.

Nach einem Festhochamt in der Gudula-Kirche trafen sich Gemeindemitglieder und ihre Gäste zum Empfang im Pfarrheim. Rößing bedankte sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern für deren Einsatz. Der tolle Zwischenstand des Ertragsbarometers bei der Spendenaktion St. Gudula bezeuge die fruchtbare Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen. Der Abschluss der Renovierungsarbeiten sei für den 31. Oktober diesen Jahres geplant.


Bei dem Festhochamt, das anlässlich der Fertigstellung der Arbeiten stattfände, würde auch eine Reliquie der Heiligen Gudula an die Gemeinde übergeben. „Hierdurch erfüllt sich für viele Gemeindemitglieder ein Herzenswunsch“, sagte Rößing, „Andere sind vielleicht ein wenig irritiert.“ Man solle diese Reliquie als Chance sehen, sich mit seinem eigenen Glauben auseinanderzusetzen, meinte Rößing.

Als Gastredner hatte die Gemeinde in diesem Jahr Dechant Dr. Klaus Winterkamp von der Bocholter Pfarrgemeinde Liebfrauen eingeladen. Winterkamp sprach zum Thema „Der Heilige und die Heiligen“. Er beschrieb Gott als Quelle aller Heiligen. Heiligkeit als Zustand der Menschen werde von Gott geschenkt. Zwar gäbe es auch unter den Gläubigen oft genug Zankhälse, meinte Winterkamp, trotzdem hätten alle Menschen durch die Taufe einen bedingungslosen Anteil an der Gemeinschaft der Gläubigen.

Heilige seien konkrete Menschen mit Herz und Verstand. Im Mittelalter hätte die Heiligenverehrung sicherlich zu Übertreibungen durch einen exzessiven Reliquienhandel geführt. Die Reliquie die der Gemeinde St. Gudula zur Verfügung gestellt würde, sei ein Teil der Nasenscheidewand der heiligen Gudula. „Egal ob Ellenbogenknochen oder Nasenscheidewand, klar ist doch, dass so eine Reliquie aus Staub und Knochen besteht“, erklärte Winterkamp.

„Klar ist doch, dass so eine

Reliquie aus Staub und Knochen besteht.“

Dr. Klaus Winterkamp

Dieser Umstand sei durchaus positiv: Er verdeutliche, dass Heilige ganz normale Menschen sind. Jeder Mensch könne somit etwas Gutes leisten. „Machen sie aus Ihrer von Gott geschenkten Heiligkeit etwas“, empfahl er.

Der Dechant ging auch auf die Rheder Gudula-Kirche ein: Sie sei eine sehr schöne Kirche, nach der Renovierung sei sie sicherlich noch schöner. Allerdings stamme sie aus dem falschen Jahrhundert. Die Darstellungen der Heiligenfiguren seien sehr klar und wirkten teilweise ein wenig starr. Er berief sich auf die barocken Darstellungen der Heiligen in seiner eigenen Pfarrkirche Liebfrauen. „Den Märtyrern sieht man ihr Martyrium noch an. Verschwitzt und blutig, könne man hier erkennen, dass sie tatsächlich gelitten hätten. Selbst im Martyrium geben diese Heiligen noch eine gute Figur ab“, meint Winterkamp und fügte nicht ganz ernst hinzu, „Beim Anblick der sehr plastischen Darstellung der heiligen Maria bekämen kleine Kinder geradezu Lust an der Brust der Figur zu saugen.“


11 · 01 · 10



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