Viel Applaus für Augsburger Domsingknaben in Rhede

Die 38 Augsburger Domsingknaben begeisterten die Zuhörer in der vollbesetzten Gudula-Kirche und ernteten viel Applaus für ihre Leistung.
Die 38 Augsburger Domsingknaben begeisterten die Zuhörer in der vollbesetzten Gudula-Kirche und ernteten viel Applaus für ihre Leistung.
(Foto: Michael Stukowski)


Rhede - Die Gudula-Kirche rappelvoll, die Zuhörer begeistert, die jungen Sänger zufrieden: Das Konzert der Augsburger Domsingknaben am Dienstagabend war ein voller Erfolg. Der Chor machte auf seiner Ostertournee nach Dänemark in Rhede Station: Unter der Leitung von Reinhard Kammler boten die Sänger ein ausgezeichnetes Konzert.

Klangliche Kontraste standen im Vordergrund, und das nicht nur in akustischer Hinsicht. Denn der Chor wechselte bei seinen A-Cappella-Gesängen immer wieder die Standorte und teilte sich dabei auch in kleinere Gruppen auf. So erklang eingangs das stimmungsvolle „Regina coeli laetare“ (Gregor Aichinger) im Altarbereich. Für das „Kyrie/Gloria“ aus Hans Leo Hasslers Messe „octo vocum“ wiederum platzierte man sich an den Seitengängen, wo sich zwei Formationen gegenüberstanden. Auf diese Weise ergaben sich beeindruckende Klangspektren, die die Akustik des ganzen Kirchraumes nutzten.


In schön gestuften, kanonartigen Wiederholungen erklang das beseelte „Kyrie“ und ließ ein andächtiges „Christe Eleison“ folgen. Nicht minder inniglich muteten die Psalmvertonungen und der Cantus Gregorianus aus dem „Misere“ von Gregorio Allegri an. Während die hohen Stimmen von der Empore aus sangen, „antworteten“ ihnen die tieferen Gesangslagen aus dem Altarraum. Auch der Psalmengesang aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Misere“ KV 85 geizte nicht mit Gregorianischen Partien. Ausgewogen und sauber wechselten sich die Einsätze bei Mozarts „Kyrie“ KV 89 ab, das mit seinen vertrackten Bindungen recht anspruchsvoll klang. Und auch das „Cibavit eos“ KV 44 wirkte so ausgereift und homogen, dass die Zuhörer anschließend herzlich klatschten.

„Der Geist hilft unserer Schwachheit auf“ von Johann Sebastian Bach entpuppte sich als musikalischer Leckerbissen und bestach besonders durch sein opulentes Klanggefälle: Die wechselnden Formen, Gestalten und Tempi löste der recht junge Chor - die meisten der 38 Sänger sind zwischen neun und vierzehn Jahre alt - wohltuend souverän. Selbst in den getragenen Episoden gelang es mühelos, die Klangspannung aufrecht zu halten.

Als eine „Uraufführung während der Tournee“ wurde der Hymnus „Himmel, Erde, Luft und Meer“ im Programm angekündigt. Hans Joachim Marx hat das Werk im Jahr 2009 komponiert und es in offenen, spannungsreichen Harmonien gehalten. Dass hier manches gewöhnungsbedürftig war und auf den bloßen Effekt hin angelegt schien, lag indes nicht an den glänzend intonierenden Chorstimmen.

Obwohl gutes Wetter herrschte, sang man die Zugaben nicht wie angekündigt „im Freien“ vor dem Kirchentor. Doch „Der Mond ist aufgegangen“ erklang in so wohldosierten Wendungen, dass die begeisterten Besucher am Ende aufstanden und lange applaudierten.

VON MICHAEL STUKOWSKI

08 · 04 · 10



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