Gemeinde St. Gudula: Schwester Ludmilla geht in Ruhestand

Die Steyler Missionsschwestern Othona, Maripacis und Ludmilla im Garten des Arnold-Janssen-Klosters.
Die Steyler Missionsschwestern Othona, Maripacis und Ludmilla im Garten des Arnold-Janssen-Klosters.
(Foto: Eva Dahlmann)


Rhede. Den Abschied von Schwester Ludmilla aus Rhede gemeinsam mit ihrem goldenen Ordensjubiläum zu feiern, das war Schwester Maripacis und Schwester Othona zunächst nicht richtig vorgekommen. „Aber dann habe ich gedacht: Ein Abschied ist auch ein Neuanfang“, sagt Schwester Maripacis. Gestern gab die Gudula-Gemeinde nach der Messe einen kleinen Empfang.

Schwester Ludmilla, die mit bürgerlichem Namen Agnes Nolte heißt, war seit 2001 Seelsorgerin im Altenheim Haus Hildegard und Skristanin der Krankenhauskapelle. Sie stammt aus Wickede-Wimbern, wo ein großes Kloster der Steyler Schwestern steht. Sie wollte missionarisch arbeiten, doch als sie 1963 ein Visum für Argentinien beantragte und ein Gesundheitszeugnis abgeben musste, wurde eine schwere Krankheit entdeckt. „Ich war sehr traurig. Aber ich weiß, dass meine Tätigkeit hier meine Missionsaufgabe ist“, sagt die 75-Jährige. Zunächst sollte Schwester Ludmilla in Rhede nur ein paar Wochen aushelfen. „Aus der Aushilfe sind neun Jahre geworden.“


Im der Kapelle des Vinzenz-Krankenhaus kümmerte sie sich um die Vorbereitung der Gottesdienste und sorgte auch dafür, dass interessierte Bewohner des Hauses Hildegard teilnehmen konnten. Allen, die nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen konnten, brachte sie die Kommunion. Mit dem Sozialdienst des Hauses machte sie regelmäßig religiöse Angebote für die Bewohner.

Mit 75 Jahren geht Schwester Ludmilla nun in den Ruhestand und wird in Zukunft im ordenseigenen Altersheim in Wimbern leben. „Das Kloster ist ein Zuhause“, sagt die Schwester. „Und ich werde da noch mit manchem beschäftigt sein.“ Schließlich können die älteren Schwestern ihre Hilfe gebrauchen.

Erst seit zwei Jahren lebt Schwester Maripacis, die mit bürgerlichem Namen Gertrud Gehrmann heißt, in Rhede. „Meine Eltern waren gar „Menschen helfen“

nicht begeistert von meinem Eintritt ins Kloster“, erzählt die gebürtige Bochumerin. Deshalb konnte sie erst 1957 als 21-Jährige Novizin werden. 1960 legte sie ihr erstes Gelübde ab. Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester und Hebamme ging sie 1965 auf die Insel Flores, die zu Indonesien gehört. „Menschen zu helfen, die in Not sind und dadurch empfänglich zu machen für den christlichen Glauben“, das habe sie immer angetrieben. Auf Flores habe der Orden nicht nur Schulen und Kliniken betrieben, sondern auch eine Krankenpflegeschule aufgebaut. Ziel sei es gewesen, den einheimischen Mädchen eine Ausbildung zu ermögliche. Aus gesundheitlichen Gründen kam sie 1981 nach Deutschland zurück. Hier arbeitet sie in der Krankenpflege und der Krankenhaus-Seelsorge. 2006 wurde ihr alleinstehender Bruder pflegebedürftig, Schwester Maripacis kümmerte sich um ihn. „Als ich das nicht mehr konnte, ergab sich die Möglichkeit, dass er eine Platz im Haus Hildegard bekommt. Seitdem gehöre ich zu dieser Gemeinschaft.“

Es sei keine himmlische Erscheinung gewesen, die sie Nonne werden ließ, sagt Schwester Othona. Ihr bürgerlicher Name ist Ingrid Kastenbein, sie stammt aus Stettin. „Ich bin nicht mit fliegenden Fahnen ins Kloster gegangen.“ Aber irgendwann war der Entschluss da. Menschen zu helfen, dass sei für sie immer maßgebend gewesen. Bei den Steyler Schwestern machte die heute 74-Jährige ein eine Ausbildung zur Erzieherin und ihr Examen als Heimleiterin. Unter anderem arbeitete sie 18 Jahre im Jungeninternat der Steyler Patres in St. Rupert in Österreich.

Vor 15 Jahren kam Schwester Othona dann nach Rhede. Dort war sie zwölf Jahre im Arbeitstraining der Fähre tätig. „Jetzt bin ich Rentnerin“, sagt Schwester Othona, sie kümmere sich um den Garten des Klosters und helfe auch bei der Altenbetreuung aus. Für Othona ist ihr Ordensjubiläum kein Grund zu feiern, sondern zu danken. „Ich habe immer gespürt, dass der Herr mich geführt hat.“

Das sie in ihrem Alter nicht mehr richtig „anpacken“ können, macht Schwester Maripacis Gedanken. Jedoch: „Wir können in der Gemeinde nicht unmittelbar was tun, aber wir sind noch da. Unser Leben hat sich gelohnt, die Arbeit geht weiter.“


28 · 06 · 10



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