Sanierung von St. Gudula: Neue Lücken tun sich auf

Das Langhaus der Gudulakirche ist eingerüstet. Die Handwerker arbeiten in 18 Metern Höhe unter der Kirchendecke.
Das Langhaus der Gudulakirche ist eingerüstet. Die Handwerker arbeiten in 18 Metern Höhe unter der Kirchendecke.
(Fotos: Eva Dahlmann)


Rhede - Die Arbeiten an der Gudulakirche sind aufwändiger als gedacht. Neben den Malern müssen auch die Steinmetze ran: Die Bögen und Rippen aus roten Sandstein haben sich von den Gewölbekappen gelöst. Es sind etwa ein bis zwei Zentimeter breite Risse entstanden.

„Die Steinmetze machen gerade die Sicherungsarbeiten“, erläutert Architekt Gereon Rasche. Scheinbar waren diese Problem bereits in früherer Zeit aufgetreten, doch damals hatten die Handwerker den falschen Mörtel verwendet. Die Risse traten wieder auf und einige Bauteile der Rippen lassen sich mittlerweile von Hand bewegen. Zwar sähe das Bauwerk wuchtig aus, doch sei das einen weiten Raum überspannende Gewölbe eine „labile Konstruktion“. „Wenn sich das Erdreich um einen Millimeter verschiebt macht sich das oben bemerkbar“, so der Architekt.



Rissbildung: Steinmetz Dieter Büchter füllt Mörtel in den Spalt zwischen Gewölbekappe und Gurtbogen.
Rissbildung: Steinmetz Dieter Büchter füllt Mörtel in den Spalt zwischen Gewölbekappe und Gurtbogen.
(Fotos: Eva Dahlmann)


„Gut dass wir das jetzt bemerkt haben“, sagt Pfarrer Arndt Thielen, der Schaden sei noch nicht bedrohlich. „Aber wer weiß, was in zwei Jahren gewesen wäre.“ Nun werde auch deutlich, warum ein Gerüst für die Innensanierung nötig sei. Die Stemmarbeiten der Steinmetze, die den alten Mörtel aus den Fugen brechen müssen, könnten nicht vom Hubwagen aus gemacht werden.


An einem Deckenstück demonstriert Uwe Schwarzkopf welchen Effekt die Schwammreinigung hat.
An einem Deckenstück demonstriert Uwe Schwarzkopf welchen Effekt die Schwammreinigung hat.
(Fotos: Eva Dahlmann)


Gleich mehrere Gewerke arbeiten auf der obersten Plattform des Gerüstes in 18 Metern Höhe. So werden gerade die Elektroleitungen für die Beleuchtung gelegt. „Das Licht wird dazu beitragen, dass die Kirche festlich erstrahlt“, sagt Rasche.

Zudem reinigen die Maler die Decken und Wände. Mit einem Spezialschwamm reibt Uwe Schwarzkopf die Flächen ab, die Farbunterschiede sind deutlich zu erkennen. „Das ist eine alte Technik. Das macht man, um die Substanz zu schonen. Es erhält den Untergrund“, erläutert Architekt Rasche. „Früher hat man dazu frisches Weißbrot verwendet.“ Mit dem Schwamm werden die Ruß- und Staubpartikel abgenommen. Anschließend wird ein neuer mineralischer Anstrich aufgebracht. Die Farben werden sich an den bisher vorgegebenen Farben orientieren.

Gute Nachrichten gibt es indes bei der Finanzierung der Sanierung: Die benötigten 170000 Euro Spenden für den Eigenanteil der Gemeinde hat Pfarrer Thielen zusammen. Die letzte große Einnahme waren 8000 Euro, die beim Pfarrfest zusammengekommen sind.

Allerdings: „Jetzt geht es weiter“, sagt Thielen. Zwar würden die neu entdeckten Bauschäden anteilig auch vom Bistum mitfinanziert, aber eben nicht ganz: „Der Kelch wird an uns nicht vorüber gehen.“ Hinzu kommen die Restaurationsarbeiten an den Kunstgegenständen. Kostenpunkt: 25000 Euro. „Die müssen wir komplett selber bezahlen.“ Und dann gibt es auch noch Wünsche: Eine Beleuchtung für das Turmfenster, dass die Bergpredigt zeigt zum Beispiel.

VON EVA DAHLMANN

30 · 06 · 10



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