Mettingen. Von einem Rekordwinter kann in Mettingen keine Rede sein. Zu dieser Feststellung kommt Andre Hergemöller, Betreiber der Wetterstation in Schlickelde. Er hat sich die mittleren Tiefst- und Höchsttemperaturen vom 1. Dezember bis zum 31. Januar der vergangenen 20 Jahre angeschaut. Denn in der Meteorologie sind Dezember und Januar als Wintermonate definiert. Ergebnis: Väterchen Frost schafft anno 2010 bislang nur Bronze. „Selbst in dieser klimatologisch eher kurzen Zeitspanne gab es zwei entsprechende Winterabschnitte, nämlich die der Jahre 1995/96 und 1996/97, die noch deutlich kälter ausgefallen sind“, schreibt Hergemöller. Damit liege der derzeitige Winter bei den Temperaturen - zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt - lediglich auf Platz drei.
Bleibe die Frage, berichtet Hergemöller weiter, warum viele Menschen das Gefühl haben, dass der aktuelle Winter so extrem kalt sei. Auch dabei helfe ein Blick auf die Temperaturkurve. So fielen die Monate Dezember und Januar gerade in den vergangenen Jahren sehr mild aus. Beispiel: „Noch 2006/07 erlebten wir mit durchschnittlichen Tageshöchstwerten von mehr als acht und Tiefstwerten von rund vier Grad Celsius sogar den absoluten Spitzenreiter seit mindestens 20 Jahren“, so Hergemöller. Für ihn also kein Wunder, „dass uns ein derart starker Einbruch in diesem Winter nun so extrem erscheint.“
Ist Ihnen dieser Winter zu streng?
Der Winter in diesem Jahr war mehr als schneereich und frostig und der kälteste seit 1996/97. Gefällt Ihnen dieses Wetter oder hätten Sie lieber einen milderen Winter? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab!
Es gebe aber noch einen anderen Faktor, warum viele Menschen diesen Winter als besonders streng empfinden: der Schnee. Hergemöller: „Hier trifft unser Bauchgefühl tatsächlich ins Schwarze oder vielmehr ins Weiße: Nie zuvor in der Geschichte der Schlickelder Wetterstation zeigten sich derart beständige und hartnäckige Schneeverhältnisse wie in den vergangenen Wochen. Insgesamt 33 Tage mit einer geschlossenen, bis zu 16 Zentimeter dicken, Schneedecke zwischen dem 16. Dezember und dem 31. Januar seien „einsame Spitze“. Im Januar seien überhaupt nur sieben Tage „grün gefleckt“ oder ganz schneelos gewesen, erklärt der Betreiber der Wetterstation.
Wie auch immer die Wetterentwicklung bis zum 1. März weitergehen mag, Andre Hergemöller will weiterhin am Ball bleiben. Denn vielleicht, so der Wetterbeobachter, purzeln die Temperaturen noch einmal so richtig in den Keller, sodass am Ende doch noch ein Rekordwinter dabei herauskomme. Schließlich habe gerade erst das letzte Drittel des Winters begonnen. Vorerst bleibt es aber beim „gefühlten“ Rekordfrost.
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