Osnabrück. Der Traum vom Endspiel in Berlin ist greifbar, doch der Weg dorthin noch weit. Für die Drittliga-Fußballer des VfL Osnabrück geht das Abenteuer DFB-Pokal am Mittwochabend in die nächste Runde. Im Viertelfinale empfängt die Baumann-Elf um 20.30 Uhr an der seit Monaten restlos ausverkauften Bremer Brücke den Bundesligisten FC Schalke 04.
Nach dem Erstrunden-Erfolg gegen den Zweitligisten Hansa Rostock und den darauf folgenden sensationellen Triumphen über die Bundesligisten Hamburger SV und Borussia Dortmund wartet nun der nächste Hochkaräter aus der Spitzengruppe der Bundesliga, der FC Schalke 04. Die Pokalsiege waren es, die das Team zu einer echten Einheit geformt haben. Längst haben die VfL-Fans das neu formierte Team in ihr Herz geschlossen. Die ganze Region fiebert dem Duell entgegen, im Internet werden horrende Preise für die begehrten Tickets aufgerufen. Geschäftsführer Ralf Heskamp geht davon aus, dass der VfL weit mehr als 50.000 Tickets hätte verkaufen können.
Auch für Osnabrücks Trainer Karsten Baumann ist das Kräftemessen mit den Knappen ein echtes Highlight seiner noch jungen Trainerkarrieren. Wie schon vor den Erfolgen gegen den HSV und Borussia Dortmund glaubt er felsenfest an eine Außenseiter-Chance seiner Elf. „In einem Spiel ist grundsätzlich alles möglich. Von zehn Duellen verlieren wir wahrscheinlich neun, aber in einer Begegnung haben wir eine Chance. Wenn wir diese heute Abend erwischen, wollen wir bereit sein.“
So könnten sie spielen
VfL Osnabrück: Berbig - Herrmann (Engel), Nickenig, Stang, Tauer - Hansen, Krük, Siegert, Pinheiro, Lindemann - Bencik.
FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Bordon, Höwedes, Schmitz - Moritz, Rakitik, Matip - Farfan, Kuranyi, Sanchez.
Vom Pokalfinale in Berlin wagt Baumann aber nicht zu träumen, schätzt die Situation vielmehr realistisch ein: „Natürlich sind es nur noch zwei Siege, aber es ist vermessen zu sagen, dass die Chance groß ist. Schalke 04 ist heute Abend der ganz klare Favorit.“
Entscheidend sei, von der ersten Minute an ohne Angst gegenzuhalten, die Zweikämpfe zu gewinnen und vor allem die Zuschauer anzustacheln. „Die Unterstützung unserer begeisterungsfähigen Zuschauer beflügelt natürlich jeden von uns“, baut Baumann auf die typische Flutlicht-Atmosphäre an der Bremer Brücke.
Auch aus sportlicher Sicht ist der Drittligist gerüstet. Mit vier Zählern aus zwei Partien sind die Lila-Weißen glänzend ins neue Jahr gestartet. Passend zum Pokal-Kracher hat Karsten Baumann zudem personell die Qual der Wahl. Am Montag stiegen auch die zuletzt angeschlagenen Routiniers Matthias Heidrich und Angelo Barletta wieder ins Training ein, alle Akteure sind einsatzbereit.
Vieles deutet darauf hin, dass der Trainer aus Respekt vor der Schalker Offensivstärke mit Henrich Bencik nur einen echten Angreifer aufbietet und dafür den gegen Ingolstadt überzeugenden Alexander Krük ins linke Mittelfeld beordert. Björn Lindemann hätte als hängende Spitze in der Zentrale alle Freiheiten. Ob Abwehrchef Angelo Barletta, gegen den BVB mit zwei tollen Toren noch Matchwinner, nach seiner dreiwöchigen Pause für Oliver Stang ins Team zurückkehrt, scheint völlig offen, da auch Stang seinen Job in der Innenverteidigung hervorragend erledigte.
Bei den Gästen wird Trainer Felix Magath wieder auf sein bewährtes 4:3:3-System zurückgreifen. Der Peruaner Jefferson Farfan ist nach überstandener Grippe wieder fit. Verzichten muss Schalke auf Nationalverteidiger Heiko Westermann, ansonsten kann Magath nahezu aus dem Vollen schöpfen.