
Volle Konzentration, das Ziel vor Augen: Dennis Schmidt und Matthias Heidrich beim Bogenschießen im Ibbenbürener Kletterwald.
(Fotos: André Elshoff)
Ibbenbüren. Es ist wohl der Traum eines jeden Geschäftsmannes: Kein Geld für Werbung ausgeben zu müssen, denn die Kunden kommen von ganz alleine.
So ungefähr geht es momentan Wolfgang Placke mit seinem neuen Teamparcours im Ibbenbürener Kletterwald. Erst gut einen Monat im Betrieb, rennen ihm Sportvereine und Firmen auf gut deutsch gesagt bereits die Bude ein. „Wir sind schon bald in der Situation, voll ausgelastet zu sein“, freut sich Placke über die positive Resonanz auf die neue Attraktion.
Dass unter den vielen Anfragen, die derzeit bei ihm eingehen, durchaus auch „dicke Fische“ zu finden sind, bewies am Donnerstag der Besuch des VfL Osnabrück. Während seiner Saisonvorbereitung nutzte der Aufsteiger in die Zweite Fußball-Bundesliga das rund 5000 Quadratmeter große Waldgebiet für sogenannte teambildende Maßnahmen.
Was genau das ist, wurde schnell deutlich. Stichwort: Riesenleiter. Mehr als zehn Meter ging es dabei für die Profikicker in die Höhe. Immer zu dritt galt es, eine Stufe nach der anderen zu meistern. Eine Aufgabe, bei der der Einzelne ohne die Hilfe der beiden anderen aufgeschmissen ist, denn der Abstand zwischen den sechs Stufen beträgt 1,40 bis 1,80 Meter. Mehr als ein Mal hieß es da also, dem anderen auf dem gemeinsamen Weg nach oben die Hand zu reichen.
„Bei dieser Übung geht es darum, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, gut miteinander zu kommunizieren, die Aufgabe als Gruppe zu bewältigen“, erklärte Wolfgang Placke, der den VfL zusammen mit Peter Bosselmann und Christian Pösse durch den Tag begleitete. Die beiden Sozialpädagogen des Kletterwaldes lenkten Spieler und Trainer in den sechs Stunden durch Übungen und Spiele.
Schwerpunktmäßig sollte es beim VfL am Donnerstag neben der Abwechslung vom täglichen Training um die Förderung von Durchhaltevermögen, Konzentration und Ernsthaftigkeit gehen. Dinge, die als verbesserungswürdig eingestuft worden seien, erzählt Wolfgang Placke. „Letzteres ist gerade bei jungen Spielern oft ein Problem.“
Für Stürmer Dennis Schmidt hat sich der Ausflug nach Ibbenbüren in jedem Fall gelohnt. „Der heutige Tag bringt uns als Team weiter“, betont der 22-Jährige, der seit der Saison 2009/2010 für den VfL auf Torejagd geht. Am besten habe ihm das Bogenschießen gefallen, bei dem jeder Spieler einen Zettel mit einem persönlichen Ziel darauf auf die Zielscheibe heften musste, um diesen anschließend mit dem Pfeil zu treffen. „Dadurch, dass sie ein bestimmtes Ziel vor Augen haben, wird es ihnen besser gelingen, dieses zu erreichen“, erklärte Wolfgang Placke.
Das von Dennis war klar formuliert: „Mindestens genauso viele Spiele und Tore wie zuletzt machen.“ Ach ja, und der Klassenerhalt in der 2. Liga sollte auch geschafft werden.