Brigade S. rockt mit Dreck am Stecken

Bassist Bernd spielt mit seiner Band Brigade S. beim Vierfach-Punktkonzert in Warendorf.
Bassist Bernd spielt mit seiner Band Brigade S. beim Vierfach-Punktkonzert in Warendorf.


Warendorf - Gleich vier Bands, die sich einzig und allein der waschechten Punk-Musik verschrieben haben, geben am Samstagabend (6. Februar) ein punkiges Gastspiel im Warendorfer Jugendzentrum HoT. Organisiert vom AK Rock stürmen Brigade S., Stromausfall, Dreck am Stecken und die Agrarwirte die Bühne. Los geht´s um 20 Uhr.

Headliner des Abends sind die vier Jungs von Brigade S., die ihre Combo bereits 1999 aus der Taufe hoben: zwar noch ohne musikalische Kenntnisse, aber trotzdem mit dem Ziel, eine Single aufzunehmen. Ernst wurde das weder vom näheren Umfeld der Band noch von den vier Jungs selbst so richtig genommen. Der Bandname war auch schnell gefunden „Brigade Staatsfeind“ - nach der dilettantischen Terroristengruppe vom TKKG-Hörspiel „Das Geiseldrama“. Allerdings suggerierte der Name eher den typischen 80er Deutschpunk und damit konnte die Brigade wirklich nicht aufwarten. Man benannte sich um in Brigade S., was definitiv mehr Spielraum für Interpretationen offen ließ und ihrer eigentlichen Musikrichtung „Oi/Punk“ mehr Rechnung zollte.


Nach zahlreichen Auftritten folgte die Veröffentlichung eines Demotapes, später dann tatsächlich die erste Single „Vonne Straße“, die in Eigenregie aufgenommen und vertrieben wurde.

Musikalisch fing das ganze mit Oi an, wobei die Texte eher an die Bands Lokalmatadore, Pöbel & Gesocks oder Kassierer erinnerten und die Musik im Mid-Tempo Bereich angesiedelt war. Eben der „Sound of Ruhrpott“, gepflegt und prollig.

Die Band entwickelte sich aber in den Jahren naturgemäß weiter und hat neben dem gewohnten Oi-Punk auch schnellen, pogotreibenden Punkrock im Programm. Es werden nur mit deutschen Texten komponiert, die aus dem Leben gegriffen sind, aber immer mit einem Augenzwinkern und Seitenhieben auf die Szene, das soziale Umfeld, Politik und vor allem sich selbst.

Ein weiterer Kracher sind am Samstag Dreck am Stecken: Sie servieren Punk nach Hamburger Art mit deutschen Texten. Die Musik wird dabei stark vom politisch motivierten Deutschpunk der 80er und 90er Jahre beeinflusst. Wer bei Dreck am Stecken gleich an 08/15--Rumpelpunk denkt, ist auf dem Holzweg. Aber der Name bedeutet ja schließlich auch, dass jemand gegenstandslos irgendeiner Schurkerei verdächtigt wird. Es begab sich im Sommer des Jahres 2004, dass fünf Freaks übereinander stolperten. Obwohl keiner den anderen kannte, fanden es alle eine tolle Idee, mal miteinander zu musizieren. Also schloss man sich kurzerhand im Proberaum ein, um der Welt ein paar Songs zu servieren. Als sich etwa zehn Songs angehäuft hatten, wurde der Beschluss gefasst, berühmt zu werden. Der logisch nächste Schritt war daher, ins Studio zu gehen und eine Demoscheibe mit vier Liedern aufzunehmen. Kurze Zeit später kamen die ersten von mittlerweile vielen Konzerten dazu die Songs wurden noch einmal eine ganze Portion wütender und härter, ein Album erschien, und ein zweites Album ist mittlerweile in Arbeit.


28 · 01 · 10



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