Europäisches Seminar im Klausenhof: Gemeinsam gegen Extremismus

Aus neun verschiedenen Ländern kamen die Teilnehmer, die in der Akademie Klausenhof über Extremismus diskutierten.
Aus neun verschiedenen Ländern kamen die Teilnehmer, die in der Akademie Klausenhof über Extremismus diskutierten.
(Foto: Eva Dahlmann)


Dingden - „Wir haben uns öfter ertappt: Jeder von uns hat Vorurteile“, sagt Rumyana Georgieva-Ilieva aus Bulgarien, eine der 18 Teilnehmerinnen des Extremismus-Seminars an der Akademie Klausenhof. Was sie aber als Fazit für sich mitnehmen würde, sei: „Jeder von uns kann aktiv sein, jeder kann versuchen, gegen Vorurteile zu kämpfen.“

Das Seminar, das die EU im Rahmen des Programms „Lebenslanges Lernen“ finanziert, richtete sich an Teilnehmer aus ganz Europa, so dass neben EU-Bürgern aus Slowenien, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Lettland auch Türken und Moldawier mit dabei waren. Deutschland wurde durch Kursleiter Marco Düsterwald vertreten. Die gemeinsame Sprache im Seminar war Deutsch. Und obwohl Deutschland eine so extremistisch geprägte Vergangenheit hat, stand diese nicht im Vordergrund. „Extremismus ist ein länderübergreifendes Thema“, so Düsterwald.


Die Teilnehmer stellten die Ausprägungen des Rechtsextremismus in ihren Ländern vor und diskutierten über die Ursachen. Sie machten außerdem einen Abstecher zur Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus für Demokratie in Münster (Mobim). Dort informierten sie sich über präventive Arbeit gegen Rechtsextremismus.

„Mehr über die geschichtlichen Wurzeln des Extremismus in den Ländern zu erfahren, hat mich als Lehrerin bereichert“, sagt Darina Sovova aus Bulgarien. Sie war wie einige andere Deutschlehrer in der Runde auch schon zu Fortbildungen in der Akademie Klausenhof. Wichtig sei ihr auch, neue Kontakte zu knüpfen.

Die rechtsextremen Tendenzen entstünden häufig bei jungen Menschen in armen Verhältnissen, sagt Maria Ianikova, eine Lehrerin aus Tschechien. „Sie haben den Eindruck einer ungerechten Welt und suchen nach Wegen, ihre Unzufriedenheit auszudrücken.“

„Ich wusste nicht, dass der Rechtsextremismus in ganz Europa verbreitet ist“, sagt Hasan Halah Erdem, ein Philosoph aus der Türkei. Der gefährlichste sei sicher der Rassismus, aber auch der Fundamentalismus und Antisemitismus. „Wir wollen, dass die Menschen Respekt für die Menschenrechte und die Demokratie entwickeln“, ergänzt Ali Kilic.


28 · 07 · 10



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