Von Martin Kalitschke
Münster. Hermann Weber, seit 1936 Ordinarius am Zoologischen Institut der Uni Münster, sprach ganz offen: Wer nicht dem „nordisch-germanischen“ Ideal entspreche, müsse „ausgelesen“ und „ausgemerzt“ werden. So forderte der renommierte Wissenschaftler wiederholt in Publikationen - und lobte zugleich die Vorzüge des NS-Staates. Weber, so stellt der Münsteraner Doktorand Daniel Droste fest, „unterstützte das NS-Regime tatkräftig“. Der Karriere nach 1945 schadete das nicht: Weber wurde Ordinarius für Zoologie in Tübingen und später Delegierter bei der Unesco.