Rhede
Lebensmittel Thema beim Empfang
10.01.2011

Experte spricht beim Neujahrsempfang von St. Gudula über Produktion von Nahrungsmitteln

Von Anya Knufmann

Rhede. „Dioxinverseuchte Lebensmittel sind schon aufgegessen! Großmastanlagen ruinieren unsere Gesundheit! Landwirte sind Tierquäler! Fleisch essen tötet!“ Mit diesen absichtlich provokanten Äußerungen eröffnete Bernhard Feller von der Landwirtschaftskammer seinen Vortrag zum Thema „Landwirtschaft heute – Nahrungsmittelerzeugung als Teil der Schöpfungsverantwortung“. Beim Patronatsfest der Pfarrgemeinde St. Gudula hatten sich rund 150 Gemeindemitglieder, Vertreter des öffentlichen Lebens und der Stadt nach dem Festhochamt in der Pfarrkirche St. Gudula gestern Morgen zu einem festlichen Empfang im Pfarrheim „Zur Heiligen Familie“ eingefunden.

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Bernhard Feller erklärte, er habe sich schon ein wenig gewundert, als Pfarrer Arndt Thielen ausgerechnet ihn als Gastredner einlud. „Aber angesichts des derzeitigen Lebensmittelskandals ist das Thema Nahrungsmittelerzeugung aktueller denn je.“

So fragte Feller sich und seine Zuhörer: „Sind wir den Nahrungsmittelproduzenten tatsächlich hilflos ausgeliefert?“ Er forderte einen verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen, Böden, Luft und Wasser.

Feller referierte über die aktive Gestaltung der Lebensräume, von der menschlichen Vergangenheit als Jäger und Sammler bis zum sesshaften Menschen, der Pflanzen züchtet und Tierhaltung betreibt. „Es haben sich neue Formen des gesellschaftlichen Lebens und der geistigen und religiösen Vorstellungswelten der Menschen entwickelt. Jegliches Wirken des Menschen wirkt sich also auf seine Umwelt und auf die empfindlichen Ökosysteme aus“, erklärte Feller.

»In unserer maßlosen Gesellschaft laufen wir Gefahr, dass die Tiere durch diese Maßlosigkeit ihre Mitgeschöpflichkeit und Würde verlieren.«

Bernhard Feller

Der problematische Umgang mit der Gentechnik sowie Fortschritte bei der Züchtung von Tieren und Pflanzen und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln waren weitere Themen. Die Frage „Dürfen wir Tiere töten und essen?“ beantwortete er eindeutig mit „Ja“. Allerdings müsse man sich fragen, ob man bei dem derzeitigen Fleischkonsum auch Maß halte. „In unserer maßlosen Gesellschaft laufen wir Gefahr, dass die Tiere durch diese Maßlosigkeit ihre Mitgeschöpflichkeit und Würde verlieren“, warnte Feller.

Er prangerte die Vernichtung von Lebensmitteln in Deutschland an: „Eine Delle macht Gemüse zum Müll“. 20 Millionen Tonnen Lebensmittel würden laut Bundeslandwirtschaftsministerium allein in Deutschland jährlich vernichtet. Davon könnten rund 20 Millionen Menschen, rund ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland, ein ganzes Jahr satt werden, erklärte er.

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