Bocholt

Städte im Kreis Borken sagen alle eigenen Veranstaltungen bis Ende April ab

Corona-Virus: Kreis und Städte sprechen gemeinsames Vorgehen ab

Donnerstag, 12. März 2020 - 18:57 Uhr

von Mark Pillmann

Bocholt - Bis Ende April finden keine städtischen oder vom Kreis Borken organisierten Veranstaltungen mehr statt. Das kündigt jetzt der Kreis Borken an. Ausgenommen seien „wenige unverzichtbare Ausnahmen“ wie Ratssitzungen. Auch privaten Veranstaltern rät der Kreis Borken „dringend“ zu dieser Maßnahme.

© Sven Betz

Auch Bocholt blüht, das eigentlich am 26. April stattfinden sollte, muss abgesagt werden. Archivfoto: Sven Betz

Der Kreis und die Gemeinden im Kreis Borken haben sich am Donnerstag in Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt in einer außerordentlichen Zusammenkunft auf ein einheitliches Vorgehen im Umgang mit Veranstaltungen und dem Coronavirus geeinigt. Demnach werden alle eigenen Veranstaltungen – bis auf wenige unverzichtbare Ausnahmen, darunter Ratssitzungen – zunächst bis Ende April abgesagt.

In Bocholt betrifft das neben großen Veranstaltungen wie „Bocholt blüht“, das am 26. April hätte stattfinden sollen, auch kleinere Veranstaltungen – darunter auch das Kindermusical „Im Riff geht´s rund“, das Forum Mobilitätskonzept und die Eröffnung des Zukunftsbüros. Das Zukunftsbüro sei dann zwar geöffnet, erklärt Amke Derksen, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt. „Nur eben nicht mit einer offiziellen Eröffnung.“ Ob die nachgeholt werde, stehe bisher noch nicht fest.

„Wir müssen das rasante Tempo der Ausbreitung des Coronavirus sofort verlangsamen“, erklärten Landrat Dr. Kai Zwicker und Dr. Christoph Holtwisch, Sprecher der Bürgermeister im Kreis Borken. „Dies können Politik und Verwaltung aber nicht alleine schaffen.“ Nur gemeinsam, also wenn sich alle Bürger und Veranstalter verantwortungsvoll und rücksichtsvoll zeigen, könne das gelingen.

Deswegen empfehlen der Kreis und die Kommunen auch allen Veranstaltern, „grundsätzlich alle Veranstaltungen ebenfalls zunächst bis Ende April abzusagen“. Ausnahmen solle es nur geben, wenn es um die „Sicherstellung des öffentlichen Lebens“ gehe – beispielsweise bei der Ausrichtung von Wochenmärkten.

Veranstalter, die trotzdem eine Veranstaltung mit weniger als 1000 Besuchern bis Ende April durchführen wollen, müssten – wie bisher schon – eine „individuelle Einschätzung“ nach den „allgemeinen Prinzipien der Risikoeinschätzung und den Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts“ durchführen. Zwar entscheide in erster Linie der Veranstalter selbst, ob seine Veranstaltung stattfinde oder nicht. Jedoch: „Die örtliche Stadt- oder Gemeindeverwaltung als Ordnungsbehörde kann gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt Auflagen erteilen oder eine Absage anordnen“, so der Kreis weiter. Ein Erlass der Landesregierung NRW hatte bereits zuvor festgelegt, dass Großveranstaltungen mit mehr als 1000 zu erwartenden Besuchern generell nicht mehr stattfinden dürfen.

Wie mit den Absagen genau umgegangen werde – ob etwa die Veranstaltungen nur verschoben oder gar ganz abgesagt werden – stehe bisher noch nicht fest, sagt Christina Frericks vom Stadtmarketing auf BBV-Anfrage. Das müsse erst noch geklärt werden.

Die Stadt empfiehlt jedoch dringend, städtische Einrichtungen wie die Rathausstandorte oder das Bürgerbüro nur in Notfällen aufzusuchen, so Amke Derksen. Anliegen sollten, soweit möglich, telefonisch oder online erledigt werden.

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