Bocholt

BBV-Zeitungspredigt: Bedingungsloses Vertrauen

Pfarrer Andreas Eichler

Sonntag, 23. Oktober 2022 - 07:00 Uhr

von BBV Redaktion

Bocholt - Die heutige Zeitungspredigt hält Andreas Eichler, evangelischer Pfarrer des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in Bocholt.

Pfarrer Andreas Eichler vom Dietrich-Bonhoeffer-Haus

„Insolvenz bei Borgers“ lesen wir diese Woche in der Zeitung. Das ist schlimm, wenn ein 150-jähriges Traditionsunternehmen in Bocholt ans Ende kommt, zahlungsunfähig. Für die Familie und die Mitarbeiter ist das Unternehmen Herzblut, sicher wenn man jahrelang mit der Firma verbunden ist. Ein Unternehmen hat Zukunftspläne und die müssen irgendwie doch gut sein, kann man auf eine so lange Firmengeschichte zurückblicken.

Mein erster Gedanke, als ich davon las, war die Erinnerung an die uralte biblische Geschichte (1. Mose 22, 1-19), wo Abraham seinen Sohn Isaak hergeben sollte. Sein Liebstes, der Träger der Verheißung, wo Gott ihm zusicherte aus ihm ein großes Volk zu machen. Dieser Sohn sollte nun geopfert werden. Und Abraham machte sich gehorsam auf den Weg. Vater und Sohn gingen still diesen gemeinsamen schweren Weg hinauf zum Berg des Opfers, der heute in der Überlieferung der Tempelberg in Jerusalem ist. Abraham vertraute Gott, aber er musste auch loslassen, aufgeben, weggeben. Schließlich, an der Stätte angekommen und alles vorbereitet, versah Gott ein Opfertier, das sich im Gehölz verfangen hatte und anstelle des Sohnes geopfert wurde. Abraham ging in die Geschichte als Vater des Vertrauens ein. Er glaubte Gott bis zuletzt, ohne Hintertür, ohne Tricks für seine Sicherheiten und wurde reich gesegnet.

Jeder von uns kennt solche Momente im Leben, wo wir Liebstes loslassen sollen, manchmal weigern wir uns, wir wollen es nicht, feilschen, diskutieren, versuchen Auswege zu finden. Aber der unvermeidbare Moment kommt. Bei Abraham griff Gott im letzten Moment ein. Das passiert nicht immer so. Aber wesentlich war das tiefe Vertrauen in Gott, das Abraham mitbrachte. Und Gott ließ eine Alternative sehen, völlig unerwartet. Aus dem Geschehen ging nicht nur der Mann des Glaubens hervor, sondern auch der Stammvater vieler Völker, ein Mann, der überaus reich gesegnet wurde.

Solche Situationen stärken unseren Charakter und machen uns tragfähig für mehr. Wichtig ist das bedingungslose Vertrauen in Gottes Zusagen, ja in Gott selbst und die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen, vielleicht auch mit etwas völlig Neuem. So hat Gott auch uns überrascht mit Jesus Christus. Er gab sich für uns hin, für unsere Fehlentscheidungen, unseren Egoismus, unser Versagen. Gott will uns Vergebung und Neubeginn schenken. In Jesus kam er uns zum Greifen nahe, damit es leicht wird, ihm bedingungslos zu vertrauen. Und Gott sagt, ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.

Andre Schlebes 23.10.202222:41 Uhr

Ich schon ein abwegiger „erster Gedanke“ zu dem Thema. Den hat der Zeitungsprediger ziemlich alleine ;-)

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