Coronavirus: Wertstoffhof-Mitarbeiter positiv getestet

Bocholt - Ein Mitarbeiter des Entsorgungs- und Servicebetriebes (ESB) ist am Mittwochnachmittag positiv auf den Corona-Virus getestet worden. Auch zwei weitere Mitarbeiter des Wertstoffhofes sind als Vorsichtsmaßnahme in häuslicher Quarantäne, teilt die Stadt mit.

Coronavirus: Wertstoffhof-Mitarbeiter positiv getestet

Auch in Bocholt sind zuletzt wieder mehr Menschen in die Arztpraxen gekommen, um sich auf Covid-19 testen zu lassen.

Für viele schien die Pandemie gefühlsmäßig bereits überwunden. Doch nun steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder – auch in Bocholt. Gestern Nachmittag meldete die Stadt, dass ein Beschäftigter des Entsorgungs- und Servicebetriebes (ESB) positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die studentische Aushilfskraft hatte sich bei einem „privaten Kontakt“ infiziert und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Zwei weitere Kollegen sind vom Dienst freigestellt, wurden ebenfalls in Quarantäne geschickt und noch gestern in Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt getestet.

Hat die zweite Welle Bocholt bereits erreicht? Wie sehen Mediziner die steigenden Corona-Zahlen? Muss die Stadt wieder einen Krisenstab einrichten? „Die Stadt ist gut vorbereitet“, sagt die städtische Pressesprecherin Amke Derksen. Sollten die Infektionszahlen weiter steigen, könne der Mitte Juni aufgelöste Krisenstab kurzfristig wieder einberufen werden, um Maßnahmen – in Absprache mit dem Kreis Borken – zu treffen. Die Stadtverwaltung beobachte die aktuelle Entwicklung in der Region und in der Stadt sehr sorgsam, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Gleichzeitig appelliert die Verwaltung an die Bürger, sich weiterhin an Abstands- und Hygienevorgaben zu halten.

Aufmerksam bleiben und die Vorsichtsregeln einhalten, empfiehlt auch Dr. Michael Adam vom Ärztenetzwerk Bohris. Zwar nähmen die Zahlen in Bocholt nicht „so dramatisch zu, aber sie steigen“. Und noch etwas ist ihm aufgefallen. Es sind zuletzt wieder mehr Menschen in die Praxen gekommen, um sich auf Covid-19 testen zu lassen. Reiserückkehrer sind darunter, aber auch Menschen mit leichten Infekten. Adam rät dazu, auf einen umfassenden Impfschutz zu achten – gerade auch vor der anstehenden Grippesaison. Bestimmte Impfungen könnten dazu führen, dass auch andere Erkrankungen glimpflicher ablaufen, sagt der Mediziner und empfiehlt über 60-Jährigen eine Impfung gegen Pneumokokken; die Impfung verringere das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken oder schwere Komplikationen zu erleiden.

„Auf Corona vorbereitet sind wir eigentlich immer“, sagt Tobias Rodig, Sprecher des Klinikums Westmünsterland. Er hofft, dass es nicht zu der viel befürchteten zweiten Welle kommt, sieht die Krankenhäuser des Verbunds aber gut aufgestellt. „Wie wir mit Corona umgehen müssen, wissen wir mittlerweile.“ Nach wie vor werden – in einem ersten Schritt – zehn Prozent der Intensivbetten in jedem Krankenhaus für Covid-19-Patienten freigehalten. Aktuell stehen im Klinikum Westmünsterland 70 Intensivbetten zur Verfügung. Die zwischenzeitlich neu geschaffenen Intensivkapazitäten habe man auch nach Abklingen der hohen Patientenzahlen zu Beginn der Pandemie weiter bestehen lassen.

Im St.-Agnes-Hospital werden aktuell keine Corona-Kranken stationär behandelt. Doch das sei nur eine Momentaufnahme, vermutet Rodig. „Wenn draußen die Zahlen steigen, steigen wenig später auch die Zahlen derer, die einer stationären Behandlung bedürfen.“

Die Sterblichkeitsrate durch das Coronavirus liege in Deutschland bei etwa drei Prozent – eine vergleichsweise niedrige Zahl in Bezug zu anderen Pandemien, sagt Adam. Allerdings habe er mehrere so schlimme Krankheitsverläufe beobachtet, bei denen man sage, „das möchte ich nicht haben“. Zwar hätten vor allem ältere und vorerkrankte Menschen schwere Krankheitsverläufe gezeigt. Getroffen habe es aber auch sportliche junge Leute ohne vorherige Auffälligkeiten. Für sehr sinnvoll hält der Mediziner übrigens die Corona-Warn-App als eine „kostenlose Möglichkeit“, festzustellen, ob jemand in Kontakt mit einer infizierten Person geraten ist.

Sobald die Testergebnisse der zwei Beschäftigten vorliegen, will die ESB-Betriebsleitung weitere Vorsichtsmaßnahmen beschließen. Der Wertstoffhof an der Schaffeldstraße bleibt zunächst geöffnet; es gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln.

Die aktuellen Zahlen, die der Kreis Borken zur Verfügung stellt: