Bocholt

Das BBV trauert um Volker Morgenbrod

Langjähriger Redaktionsleiter ist im Alter von 66 Jahren verstorben

Samstag, 26. November 2022 - 09:00 Uhr

von Ludwig van der Linde

Bocholt - Volker Morgenbrod, langjähriger Redaktionsleiter unserer Zeitung, ist im Alter von 66 Jahren verstorben. Seine Texte wurden geschätzt, aber auch gefürchtet. Ein Nachruf.

© Sven Betz

Volker Morgenbrod

Fast 30 Jahre, von 1990 bis 2018, leitete Volker Morgenbrod die Redaktion des Bocholter-Borkener Volksblattes. Bei vielen Politikern und Führungskräften in den Verwaltungen waren seine exzellent recherchierten Artikel und seine messerscharfen Kommentare gefürchtet. Denn Volker Morgenbrod war ein Mensch, der die Aufgabe des Journalismus als Wächter, als vierte Gewalt im Staat, ungemein ernst nahm. In der vergangenen Woche ist der Vollblut-Journalist nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren verstorben.

Das Interesse für Journalismus war Volker Morgenbrod, der in Weinheim (Baden-Württemberg) geboren wurde, quasi in die Wiege gelegt worden, denn auch sein Vater übte diesen Beruf aus. Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium in Düsseldorf absolvierte er Ende der 1970er-Jahre ein Volontariat bei der Kölnischen Rundschau. Nach Redakteursstellen in Gummersbach und Waldbröl wurde er am 1. April 1988 Leitender Redakteur der Zeitung in Itzehoe. Von dort holte ihn der damalige und 2016 verstorbene Verleger Rolf Terheyden 1990 als Redaktionsleiter zum Bocholter-Borkener Volksblatt.

Das Steckenpferd von Volker Morgenbrod war die politische Berichterstattung. Schnell baute er sich hier ein Netzwerk auf, sodass er auch Themen erfuhr, die im nicht-öffentlichen, wie er gerne schrieb, im „geheimen“ Teil von Ausschusssitzungen behandelt wurden. Indem er diese oft genug an die Öffentlichkeit brachte, machte er sich unter Politikern und Entscheidern meist keine Freunde. Das war Volker Morgenbrod egal. „Das Problem sind die netten Journalisten“, pflegte er gerne zu sagen – auch oder gerade in Kollegenkreisen. Für die Mitglieder der BBV-Redaktion war Volker Morgenbrod ein Vorbild, von dem man sehr viel lernen konnte. Und als Chef war er ein Mensch, der sich immer vor die Kollegen gestellt hat, wenn es Gegenwind gab.

Trotz seiner kritischen Artikel wurde Volker Morgenbrod, der über ein erstaunliches Allgemeinwissen verfügte, auch von vielen Politikern hochgeschätzt, weil sie wussten, dass er keine Partei bevorzugte und sich auch von niemandem in seiner Berichterstattung einschüchtern ließ.

In Volker Morgenbrod ist ein großartiger Lokaljournalist gestorben, der sich mit seinem journalistischen Wirken und seinem Selbstverständnis als Wächter und Verfechter der Demokratie immer für die Bürger eingesetzt hat.

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