Bocholt

Eine Videobotschaft zur Erinnerung an Pogromnacht

Delegation der Stadtverwaltung gedenkt der Opfer

Dienstag, 10. November 2020 - 12:52 Uhr

von Nikolaus Kellermann

Bocholt - Am Montag haben einige Vertreter der Stadtverwaltung, darunter Bürgermeister Thomas Kerkhoff und der Erste Stadtrat Thomas Waschki, an der Gedenkstätte vor der ehemaligen jüdischen Synagoge am heutigen Haus des Handwerks einen Kranz niedergelegt.

© Stadt Bocholt

Gedenken der Opfer der Pogromnacht: (von links) Hermann Oechtering, Josef Niebur, Thomas Waschki, Thomas Kerkhoff, Jule Wanders und Rüdiger Beimesche. FOTO: Stadt Bocholt

Sie gedachten damit den Opfern der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Damals hatten im ganzen Land – auch in Bocholt – gewaltsame Aktionen gegen Juden stattgefunden, mehrere Hundert Personen waren ermordet worden, jüdische Synagogen wurden verwüstet und zerstört.

Die Gedenkfeier fand mit Rücksicht auf die derzeitige Corona-Situation im kleinen Kreis statt, die eigentlich geplante Veranstaltung musste ausfallen. In einer Videobotschaft richteten sich Kerkhoff und Waschki an die Bocholter, um an die schrecklichen Ereignisse von damals zu erinnern. Darin beschreiben Kerkhoff und Waschki die Erinnerungen an die Zerstörung der Bocholter Synagoge des Bocholter Zeitzeugen Joseph Duesing. „Heute wissen wir, wie die Gewalt dieser Nacht, wie die Ausgrenzung und Verfolgung weitergingen“, sagt Kerkhoff. „Sie führten zu den Massenmorden der Jahre 1941 bis 1944 in den Gettos und Vernichtungslagern.“

Es sei schmerzvoll, sich an die Pogromnacht und die Menschheitsverbrechen an den Juden zu erinnern, so Kerkhoff. Doch diese schmerzhafte Erinnerung gehöre für ihn zur Identität und Erinnerungskultur. Darum sei die Erinnerung daran für die Bocholter eine „besondere Verpflichtung“, betonte der Bürgermeister. Ihm sei es besonders wichtig, dass sich alle Bürger „unabhängig ihres Glaubens in unserer Stadt sicher und wohl fühlen“, so Kerkhoff. „Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit haben in Bocholt keinen Platz.“ Jeder Bocholter solle sich entschlossen „gegen jede Form von Menschenfeidlichkeit, Rassismus und Antisemitismus“ stellen.

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