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Bocholt

Foto des Monats: Die Ruinen Weberei Tacke & Piekenbrock

Trümmergrundstück verschwindet erst Anfang der 70er-Jahre

Dienstag, 6. März 2018 - 11:06 Uhr

von Renate Rüger

Bocholt - Am 22. März 1945 wurde die Stadt Bocholt durch einen Bombenangriff fast vollständig zerstört. Bis in die 70er-Jahre waren in der Stadt noch hier und dort Trümmergrundstücke zu entdecken. So auch die Ruinen der früheren mechanischen Weberei Tacke & Piekenbrock am Ostwall. Dieses um 1970 entstandene Bild hat das Stadtarchiv nun zum Foto des Monats März gekürt.

Foto: Stadtarchiv Bocholt

Die verlassene Weberei-Ruine am Ostwall: Links im Bild sind die Schwungräder der Dampfmaschine – des „Fuckepotts“ – zu sehen.

„Der Betrachter befindet sich am Alten Ostwall und blickt nach Osten“, schreibt dazu Stadtarchiv-Mitarbeiter Wolfgang Tembrink. „Auf dem vor ihm gelegenen Gelände stehen noch die Ruine des einstigen Lagerhauses (rechts), der erhalten gebliebene Fabrikschornstein und links die vom Strauchwerk zugewachsenen Reste des Maschinenhauses.“ Bei näherem Hinsehen seien darin die Schwungräder der Dampfmaschine der Firma Otto Recke aus Rheydt zu erkennen, die 1894 eingebaut worden seien. „Fuckepott“ wurde die Maschine, die heute bei den Shopping-Arkaden steht, im Volksmund genannt.

Im Hintergrund seien die Fabrikhallen der Zweizylinder-Garnspinnerei von Ludwig Schwartz und das Dach des Hauses Woord zu sehen, erklärt Tembrink weiter. Der Turm der Christuskirche sei damals in der oberen Hälfte noch mit vier Dachreitern zur Zierde versehen gewesen. Diese seien bei der Renovierung im Mai 1973 entfernt worden. „Der Ostwall selbst trägt noch den Betonbelag von 1928, der aber schon deutliche Schäden davonträgt“, schreibt Tembrink.

Im Oktober 1945 hätten Oberbürgermeister Wilhelm Benölken und Stadtbaurat Josef Simon die Ruine besichtigt und beschlossen, dass die Fabrikanlagen an dieser Stelle nicht wieder aufgebaut werden dürften. „Eine Enttrümmerung des Grundstückes war wegen des Bauverbotes ebenfalls nicht möglich“, berichtet Tembrink. Nach dem Fluchtlinienplan von 1961 habe es in einer geplanten öffentlichen Verkehrsfläche gelegen. Erst mit dem Bau des innerstädtischen Ringes Anfang der 70er-Jahre seien die verlassenen Ruinen verschwunden.

Heute verläuft an der Kreuzung Münsterstraße/Osterstraße/Theodor-Heuss-Ring eine der Hauptverkehrsadern der Stadt Bocholt, der „neue“ Ostwall. Der „Fuckepott“ blieb jedoch erhalten und steht seit August 1977 als erstes technisches Industriedenkmal der Stadt am Aa-Ufer der heutigen Rossendale-Promenade bei den Arkaden.

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