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Bocholt

Keine „Luxus-Sanierung“ des Bocholter Rathauses

Sitzung des Betriebsausschusses Gebäudewirtschaft (GWB)

Montag, 5. März 2018 - 19:55 Uhr

von Carola Korff

Bocholt - Sobald der Rat einer Rathaus-Sanierung grundsätzlich zugestimmt hat, wird ein Lenkungsausschuss eingerichtet. Alle Fraktionen sind in ihm vertreten. Und der Lenkungsausschuss kann auch die von der Verwaltungsspitze befürwortete Aufstockung des Rathauses oder auch die Einrichtung eines Multifunktionssaales noch stoppen. Das betonte Stadtbaurat Daniel Zöhler in der gestrigen Sondersitzung des Betriebsausschusses für Gebäudewirtschaft (GWB), in der die Politiker Detailfragen zur Rathaus-Sanierung stellen konnten.

Foto: Sven Betz

Die Belüftungsanlage im Rathaus könnte laut Baudezernent Daniel Zöhler jederzeit ausfallen. Und weil die Fenster nicht zu öffnen sind, müsste das Rathaus im Ersntfall geschlossen werden. Foto: Sven Betz

Mit dem geplanten, rund 1500 Quadratmeter großen Staffelgeschoss solle das Rathaus „zukunftsfähig“ gemacht werden, denn „der Platzbedarf ist heute schon da“, erklärte Zöhler zu Beginn der Sitzung. Rund 44,5 Millionen Euro soll die Sanierung mit Aufstockung kosten. Das sei keine „Luxus-Sanierung“, betonte die Verwaltung immer wieder.

Mit dem Thema Rathaus-Sanierung befassten sich derzeit viele Städte, berichtete GWB-Leiter Johannes Bruns. Die Rathäuser seien fast alle aus den 70er-Jahren, der Zeit der kommunalen Neuordnung. Die Stadt Ahlen (270 Mitarbeiter) rechne für die Sanierung ihres Rathauses mit Stadthalle beispielsweise mit Kosten von 60 Millionen Euro. Und dieses Gebäude stehe – anders als das Bocholter – (noch) nicht unter Denkmalschutz. Aus Ahlen komme auch die Forderung an die Landesregierung, die Kommunen nicht alleine zu lassen, sagte Zöhler. Er hoffe deshalb auf Fördermittel. Um die wolle sich die Stadt nach dem Grundsatzbeschluss sofort bemühen.

Klar, das Gelände der Feuerwache käme für einen Neubau infrage, hieß es. Aber bevor an so etwas gedacht werde, müsse die Frage beantwortet sein, was aus dem jetzigen Rathaus wird. Grundsaniert und genutzt werden müsse es allein schon wegen des Denkmalschutzes. Der LWL wolle es nicht als Museum nutzen, berichtete Bruns. „Wir haben keine anderen Nutzungen.“

Die Miete, die die Stadt jährlich für den Fachbereich Soziales in den Arkaden ausgebe, belaufe sich auf 253 000 Euro. Doch diese große Nebenstelle lasse sich nicht ins Rathaus zurückholen. Infrage komme dafür aber das Stadtarchiv. Im Keller werden dafür laut Bruns auch noch Technikflächen frei. Die Kernverwaltung mit GWB wolle er im Rathaus halten, sagte Zöhler. Deshalb befürworte der Verwaltungsvorstand die von Ex-CDU-Fraktionschef Herbert Panofen angeregte Aufstockung. Etwa 60 zusätzliche Arbeitsplätze könnten so geschaffen werden.

Doch die Verwaltung habe dann nach wie vor Zweigstellen, merkte Stadtpartei-Fraktionschef Dieter Hübers an. Das Rathaus „bleibt eine alte Hütte, die nur versilbert wird“. Von einer Luxus-Sanierung sei man weit entfernt, entgegnete Zöhler. Bruns verwies später auf den Planungsauftrag, neben einer energetischen Sanierung vernünftige Arbeitsplätze und Besprechungsplätze zu schaffen. Die Fläche für den einzelnen Mitarbeiter gehe auch durch die geplanten Lichthöfe zurück. Mit der Aufstockung lasse sie sich „im günstigsten Fall“ aber halten. Welche Sanierungs-Bausteine gebraucht werden, solle die Lenkungsgruppe prüfen, erklärte Zöhler.

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