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Bocholt

Weltkriegsgranate erfolgreich in Spork gesprengt

Landwirt findet Artilleriegranate beim Pflügen

Freitag, 27. September 2019 - 15:14 Uhr

von Sebastian Renzel

Bocholt - Ein dumpfer Knall, der Boden hebt sich kurz an, Rauch strömt aus der Erde – und schon ist das Schauspiel vorbei. Auf einem Feld am Emsingsweg in der Nähe der Grenzlandgärtnerei Hoven in Spork ist Freitag eine britische Artilleriegranate aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt worden. Ans Tageslicht kam das Geschoss, als ein Landwirt sein Feld umpflügte.

© Sebastian Renzel

Die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Arnsberg suchen nach Splittern der Artilleriegranate.

Den Fund machte er bereits am Donnerstag gegen 13.30 Uhr. Die Stadtwache hielt in der Nähe des Fundortes Wache, bis Freitag gegen 11 Uhr der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Arnsberg anrückte. „Da die Granate einen hochbrisanten Zünder besaß, mussten wir sie vor Ort zünden und konnten sie nicht abtransportieren“, sagte Uwe Pawlowski vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Die Granate hatte einen Durchmesser von 14 Zentimetern und war mit etwa sechs Kilogramm Sprengstoff gefüllt. Laut Pawlowski finde man eine solche Granate heutzutage äußerst selten.

Die Vorbereitungen zur Sprengung nahmen einige Zeit in Anspruch. Ein Mitarbeiter der Firma Bollwerk grub zunächst mit einem Bagger ein etwa 2,50 Meter tiefes Loch neben dem Fundort. Danach brachten Pawlowski und sein Mitarbeiter eine sogenannte Vernichtungsladung an der Granate an und legten sie in das Loch. Mit Mulch und Erde wurde das Loch danach wieder verfüllt. „Wir haben in diesem Fall das Loch sehr stark verdichtet, weil die angrenzenden Gewächshäuser der Gärtnerei auf keinen Fall durch Splitter beschädigt werden sollten“, sagte Pawlowski.

© Stadtwacht Bocholt

Die Granate vor der Sprengung...

Das Ordnungsamt hatte zuvor bereits in Zusammenarbeit mit der Stadtwacht einen 300-Meter-Radius um den Fundort geräumt. Drei umliegende Höfe wurden evakuiert. Bei einem vierten Haus sollten sicherheitshalber Fenster und Türen geschlossen bleiben.

© Sebastian Renzel

... und danach.

Aus sicherer Entfernung wurde die Artilleriegranate dann gezündet. Entwarnung gab es danach aber noch nicht. Zunächst vergewisserte sich der Kampfmittelbeseitigungsdienst davon, dass die Granate ordnungsgemäß gesprengt wurde. Die Mitarbeiter suchten mit einem Metalldetektor nach Splittern der Granate. Und sie wurden schnell fündig. Teile des Gehäuses und sogar des Zünders – er besteht aus Messing – wurden gefunden. „Wir sind sehr zufrieden, es hat alles reibungslos geklappt“, sagte Pawlowski.

Um 12.40 Uhr konnte das Ordnungsamt Entwarnung geben und die Anwohner durften zurück in ihre Häuser.

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