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Hamminkeln

Dingdenerin begleitet Kaibigan-Gründer zwei Monate auf den Philippinen

Zwischen Schönheit und Elend

Mittwoch, 7. November 2018 - 17:45 Uhr

von Stefan Pingel

Dingden - Es sind die Gegensätze, die bei Nina Ridder letztendlich besonders haften geblieben sind. Auf der einen Seite sind die Philippinen „ein wunder-, wunderschönes Land“, auf der anderen Seite gibt es dort aber auch sehr viel Leid. Und damit wurde die gebürtige Dingdenerin dort sehr oft konfrontiert. Zwei Monate lang begleitete sie Josef Schwarz vom Bocholter Verein Kaibigan auf den Philippinen.

Ein Blick auf Puerta Galera: Hier hat die Stairway Foundation ihren Sitz, für die Nina Ridder nach ihrem Studium gerne ein halbes Jahr lang arbeiten möchte.

Die Eindrücke haben die 22-Jährige so geprägt, dass sie nach ihrem Studium für ein halbes Jahr auf die Philippinen zurückkehren will, um dort für die Hilfsorganisation Stairway Foundation zu arbeiten.

Ridder ist schon seit Jahren Mitglied der Pro Campesinos. So kam schließlich auch der Kontakt zu Josef Schwarz und der Hilfsorganisation Kaibigan zustande. Die Pro Campesinos spenden ja schon seit Jahren für Kaibigan. Und mit den Konzerten der Minstrels of Hope 2015 und 2017 erhielt sie noch mehr Einblicke in das Leben auf den Philippinen. Schließlich begleitete sie in diesem Jahr Josef Schwarz und dessen Frau Zosima auf ihrer Reise durch das Land.

Zwei Monate lang hat Nina Ridder (3. von rechts) den Kaibigan-Vorsitzenden Josef Schwarz (Mitte) auf den Philippinen begleitet. Hier sind sie nach einem Gottesdienst mit Mitgliedern der Smokey Mountain Kaibigan Singers zu sehen.

Einen Ausspruch zitiert Ridder in ihrer Reisebeschreibung öfter: „Smile your tears away“ (Lächle deine Tränen weg) hatte die Ärztin Ruth Morales bei einem Besuch in den Slums von Manila den Alltag beschrieben. Mit ihrem Mann Jamie Morales kümmert sie sich um die medizinische Versorgung der „Filipinos, die weniger als nichts haben“. Der Besuch in Manila war auch der Auftakt zu der zweimonatigen Reise. Die Credo „Smile your tears away“ würde Ridder allerdings nur bedingt unterstreichen. Denn es bedeutet ja auch, dass man sich seinem Schicksal ergibt und nichts daran ändert. Für viele Menschen sei es allerdings auch eine Lebensweisheit, an der sie sich festhalten können, so Ridder. Insofern sei diese Einstellung angesichts allen Elends „beeindruckend“.

Ein Problem sei die Einstellung zu Verhütungsmitteln in dem hoch katholischen Land, stellt Ridder fest. „Ich habe alleinerziehende Frauen ohne Einkommen kennengelernt, die bis zu zehn Kinder versorgen müssen“, berichtet sie. Angesichts der tiefreligiösen Überzeugung der Menschen sei es „schwierig, Raum für Veränderungen zu schaffen“.

In dem Slum Tondo in Manila lernte Nina Ridder auch die Smokey Mountain Kaibigan Singers kennen. Über dieses Chorprojekt will Kaibigan Kinder von der Straße holen, ähnlich wie bei den Minstrels of Hope. Benannt ist der Chor nach einem riesigen Müllberg, der das Bild von Tondo – und die Menschen – prägte.

Auf der Insel Cebu lernte Ridder Hilary Overton, Gründerin der gynäkologischen Klinik „Glory Reborn“, kennen. Und auch die Armada-Klinik in Puerta Galera auf der Insel Mindoro besuchte die Gruppe. Diese Klinik wurde 2004 von Kaibigan gebaut und wird seither von den „Schwestern der Nächstenliebe der Heiligen Anna“ betrieben.

Am meisten beeindruckte Nina Ridder aber die Stairway Foundation in Puerta Galera. Lars Jorgensen und seine Frau Monica Ray haben ein Team aus Sozialarbeitern und Freiwilligen um sich geschart. Sie helfen Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren, die Opfer sexuellen Missbrauchs und Gewalt wurden, holen sie aus den Familien, therapieren sie und geben ihnen eine neue Zukunft. Ridder lobt die „strukturierte, effiziente und perspektivische“ Arbeit. Nach ihrem Studium will sie auf jeden Fall ein halbes Jahr für die Stiftung arbeiten. „Das bringt mich persönlich weiter“, stellt sie fest.

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