Hamminkeln

Kreis Wesel über erstem Corona-Schwellenwert

Trotzdem noch keine weiteren Maßnahmen

Donnerstag, 15. Oktober 2020 - 17:46 Uhr

von Nikolaus Kellermann

Kreis Wesel - Mittwoch noch knapp darunter, Donnerstag deutlich drüber: Im Kreis Wesel ist die 7-Tage-Inzidenz auf 38,1 gestiegen. Damit liegt sie - zumindest laut Kreisgesundheitsamt - über dem ersten Grenzwert von 35. Trotzdem gibt es zumindest bislang noch keine schärferen Maßnahmen.

© Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/

Die Corona-Zahlen im Kreis Wesel steigen weiter an. Nachdem sich Bund und Länder noch am Mittwochabend auf weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens geeinigt haben, die teilweise schon ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 (siehe Infokasten) zum Tragen kommen, vermeldet der Kreis Wesel Donnerstag einen Wert, der bereits deutlich darüber liegt.

38,1 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner seien es, sagt der Kreis, der dabei auf aktuelle Werte des Kreisgesundheitsamtes verweist. Trotzdem hat der Kreis Wesel noch keine Allgemeinverfügung mit Regeln veröffentlicht, die in einem solchen Fall eingehalten werden sollen. „Das hängt mit den Zahlen des Landeszentrums für Gesundheit zusammen“, erklärt Kreissprecherin Anja Schulte.

Denn beim Landeszentrum (LZG) gehe man für den Kreis Wesel derzeit noch von einer lokalen 7-Tage-Inzidenz von 30,4 aus. Es wenn das LZG die aktuellen Zahlen veröffentlicht habe, werde man die Allgemeinverfügung veröffentlichen, sagt Anja Schulte. Das sei so vorgeschrieben, sei aber „etwas verwirrend“, gibt sie zu.

Zu den Maßnahmen, die im Einzelnen im Kreis Wesel zum Tragen kommen sollen, will sich der Kreis in der aktuellen Situation nicht äußern. Das hänge auch damit zusammen, dass einzelne kreisangehörige Kommunen noch keine Rückmeldung auf die Allgemeinverfügung aller Kommunen gegeben haben. „Die befindet sich in der finalen Abstimmung“, sagt Schulte. Sie sagt aber auch: „Wir werden das Rad nicht neu erfinden“. Maßgebliches Regelwerk sei die Corona-Schutzverordnung des Landes.

Bei Werten bis 35 gilt die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW ohne besondere Ergänzungen. Das bedeutet zum Beispiel: Maximal 50 Personen sind bei privaten Feiern im öffentlichen Raum erlaubt. Private Veranstaltungen, die vor dem 10. Oktober angemeldet wurden und im Oktober stattfinden, dürfen noch von 150 Personen besucht werden.

Bei Werten ab 35 gilt: Private Feiern im öffentlichen Raum werden auf 25 Teilnehmer begrenzt. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern werden grundsätzlich nicht mehr erlaubt. Außerdem können die Kreise zusätzliche Regeln für verschärfte Maskenpflichten erlassen.

Bei Werten ab 50 greifen noch schärfere Maßnahmen. So dürfen sich im öffentlichen Raum nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten treffen. Außerdem werden Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern untersagt, drinnen dürfen es nicht mehr als 250 Teilnehmer sein. Für private Feiern im öffentlichen Raum gilt eine Höchstteilnehmerzahl von 25. Auch gibt es eine von den Kommunen festgelegte Sperrstunde für Restaurants und Kneipen.

Das ist die 7-Tage-Inzidenz

Bei einer Inzidenz handelt es sich um einen Wert, der die neu auftretenden Erkrankungen innerhalb einer Personengruppe von bestimmter Größe während eines bestimmten Zeitraums angibt.

Die 7-Tage-Inzidenz wird als Vergleichsgröße herangezogen, um das Corona-Infektionsgeschehen in den Kommunen vergleichen zu können. Sie sagt aus, wie viele Personen sich innerhalb der letzten sieben Tage neu mit dem Coronavirus infiziert haben. Um die Zahl vergleichen zu können, rechnet man dabei pro 100.000 Einwohner.

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