Isselburg

Staatsanwalt: 51-jähriger Isselburger tötet Ehefrau und Tochter

Mann begeht anschließend Selbstmord / Trennung des Ehepaares ein mögliches Motiv

Donnerstag, 17. Dezember 2020 - 17:44 Uhr

von Ludwig van der Linde, Nikolaus Kellermann und Hans Georg Knapp

Isselburg - In der Danziger Straße in Isselburg hat sich am Donnerstagmorgen ein Familiendrama abgespielt. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft hat ein 51-jähriger Mann seine 46-jährige Frau und seine 17-jährige Tochter getötet.

© Ludwig van der Linde

Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchen nach der Tat die Wohnung in der Doppelhaushälfte an der Danziger Straße.

Anschließend nahm er sich selbst das Leben. Die 14-jährige Tochter des Ehepaares fanden die alarmierten Rettungskräfte körperlich unversehrt in einem Zimmer des Wohnhauses. Nach ersten Erkenntnissen könnten Streitigkeiten im Rahmen einer schon länger andauernden Trennungsphase des Ehepaares das Motiv für die Tat sein, teilten die Ermittler weiter mit.

Die Polizei hatte gegen neun Uhr einen Anruf von einer Frau bekommen. Die berichtete den Beamten, dass der 51-Jährige ihr gegenüber am Telefon von der Absicht erzählt habe, seine Familie zu töten. „Unsere Kollegen sind dann gleich zu der Wohnanschrift hingefahren“, berichtete Frank Rentmeister, Sprecher der Kreispolizei Borken, vor Ort im Gespräch mit unserer Zeitung. „Im Haus fanden die Beamten dann die drei Leichen und die unverletzte 14-jährige Tochter“, sagte Rentmeister. Anschließend nahmen die Mordkommission aus Münster und die Spurensicherung ihre Arbeit auf. Die Umgebung der Doppelhaushälfte wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Der Zugang über den Usambaraweg in die Danziger Straße war nicht mehr möglich. Die Feuerwehr Isselburg sorgte zusätzlich für einen Sichtschutz im Garten der Doppelhaushälfte.

„Die 14-Jährige ist stabil und konnte durch Polizeibeamte befragt werden“, berichtete Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. „Bei Eintreffen der Polizei hielt sich das Mädchen in einem Zimmer auf, welches von außen verschlossen war. Obwohl ihr Vater auch ihr mit dem Tod gedroht haben soll, setzte er sein Vorhaben nicht um.“ Die 14-Jährige werde durch Verwandte und das Jugendamt betreut. Über die Tatwaffe und den Tathergang wollte der Oberstaatsanwalt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Angaben machen. Die Obduktion der Leichen soll am Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft im Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster erfolgen. Auf BBV-Nachfrage bestätigte Botzenhardt, dass das Ehepaar noch eine dritte Tochter habe. „Die ist erwachsen und lebt nicht in Isselburg“, so der Oberstaatsanwalt.

Eine Anwohnerin berichtete im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Eltern aus dem Kosovo stammten und schon lange in Isselburg wohnen würden. „Ich kenne die Familie gut. Es gab leider schon lange Streit. Es ging um die Scheidung und darum, wer das Haus bekommen soll“, erklärte der Vater eines Nachbarn, der nach Bekanntwerden der Tat zur Danziger Straße gekommen war.

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