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Isselburg

Rudi Geukes spricht über seine Amtszeit und den Ruhestand

Interview zum Abschied von Isselburgs Bürgermeister

Freitag, 9. März 2018 - 14:00 Uhr

von Claudia Feld

Isselburg - Auf den Tag genau sechs Jahre nach seinem letzten Arbeitstag als Lehrer an der Verbundschule wird am kommenden Mittwoch, 14. März, der letzte Arbeitstag als Bürgermeister der Stadt Isselburg sein. Dann geht Rudi Geukes (SPD) in den Ruhestand und übergibt das Zepter an seinen Nachfolger Michael Carbanje. Claudia Feld sprach zum Ende der Amtszeit mit Geukes über die letzten Jahre und den bevorstehenden Ruhestand.

Foto: Sven Betz

In wenigen Tagen räumt Bürgermeister Rudi Geukes sein Büro im Rathaus an der Minervastraße. Dann nimmt er auch das Bild vom Wahlabend mit, aufgenommen direkt nach dem Wahlsieg.

An Ihrem ersten Arbeitstag als Bürgermeister haben Sie gesagt, Sie seien stolz. Wie sieht es heute aus?

Rudi Geukes Ich bin nach wie vor stolz, Bürgermeister der Stadt Isselburg gewesen zu sein und bereue keinen einzigen Tag. Die vergangenen sechs Jahre waren sicherlich Zeiten voller Herausforderungen.

Sind Sie erleichtert, dass die Amtszeit bald vorüber ist?

Rudi Geukes Erleichtert ist vielleicht das falsche Wort. Aber die Entscheidung, nicht noch mal anzutreten, war die richtige. Ich werde es genießen, ohne Termindruck und den Druck, den man als Bürgermeister naturgemäß hat, leben zu können.

Was würden Sie als größten Erfolg Ihrer Amtszeit betrachten?

Rudi Geukes Sehr positiv war die Umsetzung der Breitbandversorgung. Da sind wir sehr, sehr gut aufgestellt. Das setzt sich jetzt fort mit der Versorgung im Außenbereich. Da haben wir in einer Multiplikatorengruppe, die aus Bürgern unserer Stadt bestand, alle an einem Strang gezogen.

Apropos Politik. Zur Mitte Ihrer Amtszeit gab es viel Ärger um den Stellenplan, Sie haben Besserung versprochen. Ist das gelungen?

Rudi Geukes Ich habe damals dringend notwendige Stellen, ohne sie im Stellenplan auszuweisen, besetzt. Es war, wie ich auch zugestanden habe, falsch, den Rat nicht zu informieren. Von da an wurde jeder auch noch so geringe Stellenanteil vom Rat beschlossen und ich habe über jegliche personelle Veränderung informiert. Dieses sehe ich im Rahmen der Kommunikation zwischen Rat und Verwaltung als deutliche Verbesserung. Sicherlich gibt es auf die Zukunft ausgerichtet weitere Ansätze der Verbesserung in der Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung. Da sind sicherlich beide Seiten gefragt.

Video

Drei Fragen an Bürgermeister Rudi Geukes

Was war die größte Enttäuschung Ihrer Amtszeit?

Rudi Geukes Ich persönlich war sehr enttäuscht, dass die Sekundarschule in Isselburg nicht installiert werden konnte. Die Konsequenz war dann nach einigen Jahren, dass die Realschule ausgelaufen ist. Das fand ich sehr bitter. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich mit aller Macht für die Fortführung der weiterführenden Schule eingesetzt habe.

Sie haben bald viel Freizeit als Pensionär. Was steht nun an?

Rudi Geukes Erst einmal nichts Konkretes, ich lasse das schlicht und einfach auf mich zukommen. Ich werde mein Arbeitszimmer aus der Lehrerzeit nach und nach aufräumen. Ich habe meine Schultasche noch fast so gepackt da stehen wie am 14. März 2012 (lacht). Ich werde mir das Zimmer bereithalten, wenn ich dann nach irgendeiner Zeit doch wieder kribbelig werde. Aber ich gehe da ganz entspannt dran. Ich habe in keinster Weise Angst, Langeweile zu bekommen.

Worauf freuen Sie sich jetzt?

Rudi Geukes Sicherlich ein bisschen reisen, Ausflüge machen, Fahrrad fahren. Dass der Termindruck nicht mehr da sein wird, werde ich erst mal genießen. So wie ich mich kenne, werde ich das Geschehen hier ganz genau verfolgen. In vielen Bereichen werde ich mich bestimmt noch involviert oder verantwortlich fühlen. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich das entspannt hinkriege.

Was werden Sie vermissen?

Rudi Geukes Sicherlich werde ich eine Reihe von Mitarbeitern vermissen. Wahrscheinlich auch den hohen Adrenalinspiegel. Ich habe immer versucht, die Balance zwischen positivem und nicht so positivem Stress hinzubekommen. Kein Tag war wie der andere und man musste sich immer wieder auf neue Situationen einstellen.

Decken sich die Erwartungen, die Sie vor sechs Jahren hatten, mit den heutigen Erfahrungen?

Rudi Geukes Es ist nicht komplett anders geworden als erwartet. Ich habe bei meiner Vereidigung gesagt, das wird eine knochenharte Zeit und ich werde Fehler machen. Das ist auch genau so gekommen, es war eine große Herausforderung, vielleicht sogar ein Abenteuer.

Welchen Tipp haben Sie für Ihren Nachfolger Michael Carbanje?

Rudi Geukes Ich habe für Karneval mal ein dickes Bärenfell gekauft. Vielleicht sollte er sich auch so eins kaufen und gelegentlich anziehen. Ein dickes Fell braucht man nicht nur wegen der Temperatur. Aber ich bin sicher, dass mein Nachfolger das sehr, sehr gut hinkriegen wird. Er ist nicht nur fachlich, auch sozial sehr kompetent. Bin mehr als optimistisch, dass das funktionieren wird.

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