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Regionales

Der Allwetterzoo Münster hat einen neuen Kurator

Wildtier-Reproduktion als neuer Schwerpunkt

Mittwoch, 8. November 2017 - 16:01 Uhr

von Helmut P. Etzkorn

Münster - Dr. Philipp Wagner ist der neue Kurator für Artenschutz und Forschung im Allwetterzoo. Der 43-jährige Biologe war bislang Chef im Landesbund Vogelschutz Bayern und will nun in Münster „neue Akzente“ setzen. Ihm zur Seite steht Tierärztin Dr. Imke Lüders.

Foto: Helmut P. Etzkorn

Artenschutz, Forschung und Umweltbildung sind die Schwerpunkte des neuen Zoo-Kurators Dr. Philipp Wagner und der Tierärztin Dr. Imke Lüders.

„Ein Zoo muss heute nicht mehr nur interessante Tiere zeigen, sondern aufklären, warum viele Arten bedroht sind und was wir alle dafür tun können, das zu verhindern“, sagt Wagner. „Wer im Garten daheim eine Blühwiese anlegt, besondere Nistkästen aufhängt oder eine Lehmhöhle für Bienen auf dem Balkon baut, kann selbst viel dazu beitragen, heimische Arten zu erhalten.“

Dieses „Wissen um den Umgang mit der Natur“ will er im Zoo den Besuchern vermitteln und setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit Naturschutzbünden vor Ort. Die vom Zoo Münster seit 14 Jahren erfolgreich geleitete Artenschutz-Station am Rande eines Nationalparks in Kambodscha soll „in Münster bekannt werden“. Deshalb plant Wagner ab 2018 Aufenthalte für junge Studenten. „Wir müssen die Biodiversitätsforschung breiter aufstellen. Der Mensch kann nur schützen, was er kennt und wertschätzt. Dafür müssen Lebensräume für gefährdete Affen wie in Kambodscha entdeckt und stabilisiert werden“, sagt Wagner, der nebenbei als Reptilien-Experte neue Schlangenarten in Afrika entdeckt und wissenschaftlich beschrieben hat.

Ihm zur Seite steht Tierärztin Dr. Imke Lüders (37), die sich weltweit einen Namen in der Forschung und Behandlung von Elefanten gemacht hat. Ihr Schwerpunkt wird das „Reproduktionsmanagement“ sein. Sperma-Biobanken von bedrohten Tieren sollen weltweit unter Federführung aus Münster angelegt werden, um durch künstliche Besamung eine „genetische Reserve“ schaffen zu können. „Bedrohte Tierarten müssen in ihrer Population erhalten und durch Nachzuchten wieder weiter verbreitet werden“, sagt die Tiermedizinerin. Aktuell verfügt der Allwetterzoo über ein Schildkrötenzentrum, in dem fast ausgestorbene Arten mit Erfolg nachgezüchtet werden.


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