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Zeitung in der Schule

Diskussion um befristete Arbeitsverträge

Thema bei Koalitionsverhandlungen

Dienstag, 20. März 2018 - 16:33 Uhr

von Ben Nießing und Ozan Dönmez

Bocholt/Berlin - Aktuell und immer noch ein großes Gesprächsthema, die Befristung der Arbeitsverträge. Auch bei den GroKo-Verhandlungen fiel das Schlagwort Arbeitsverträge häufiger. Millionen von Arbeitnehmern in Deutschland haben nur eine befristete Anstellung.

Foto: dpa

Stark davon betroffen sind vor allem junge Menschen. Dies stellt viele unter große Probleme, bei z.B. Familiengründungen oder dem Wunsch von einem Eigenheim.

Um was handelt es sich bei befristeten Arbeitsverträgen?

Befristete Arbeitsverträge sind Verträge die über eine bestimmte Zeit laufen, dies bedeutet das man eine Anstellung nur für eine bestimmte Zeit hat. Dem gegenüber steht der unbefristete Arbeitsvertrag, der beim Großteil der Arbeitnehmer positiver ankommt. Bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag handelt es ich um einen Vertrag auf unbestimmte Zeit. Das dauerhafte Arbeitsverhältnis ermöglicht den Arbeitnehmern eine sicherere Zukunftsplanung.

Befristete Arbeitsverträge sieht man über die ganze Jobwelt verteilt, wobei es Bereiche gibt, wo man das Ganze stärker beobachten kann. Vor allem in den Gesundheitsberufen und im pädagogischen Bereich kann man solch eine erhöhte Menge an befristeten Jobs sehen.

Frau Anja N. berichtet von ihrem Beruf als Erzieherin „Ich habe zwar eine unbefristete Stelle, beobachte aber jeden Tag die neuen jungen Leute die meistens nur für ein Jahr bleiben.“. Als ein Beispiel nennt Frau Anja N. ihre 22-jährige Arbeitskollegin Frau S. „Sie hat ihre Ausbildung schon hinter sich, aber kann trotzdem nur ein Jahr bleiben. Sie würde gerne von ihrem Elternhaus ausziehen, das geht aber aktuell leider nicht.“.

Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) ermöglicht den Eltern, flexiblere Betreuungszeiten für ihre Kinder zu buchen. Die Folge daraus ist, dass abhängig von den Buchungszeiten Personal eingestellt oder gekündigt wird. Das führt dazu, dass befristete Verträge zustande kommen. Eine weitere Folge der Befristungen ist, dass Mitarbeiter in Erziehungszeit sind und Anspruch auf ihren alten Arbeitsplatz haben.

Viele die unter solchen Arbeitsverhältnissen arbeiten haben in den meisten Fällen keine Chance sich weiter zu bilden bzw. aufzusteigen. Frau Anja N. beschreibt die Lage im Kindergarten als „ ...erschreckend.“

Foto: dpa

Anmerkung: Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts „Zeitung in der Schule“ an der Albert-Schweitzer-Rralschule entstanden. Die Artikel wurden von den teilnehmenden Schülern selber recherchiert und geschrieben.

GroKo diskutiert

Auch in der Politik wird das Thema befristete Arbeitsverträge diskutiert. Die SPD forderte die Eindämmung der befristeten Arbeitsverträge, die CDU jedoch wollte dies nicht unterstützen. Am Ende kam es zu einer Einigung zwischen den beiden Parteien. „Wir wollen nicht länger unendlich lange Ketten von befristeten Arbeitsverhältnissen hinnehmen.“, heißt es dazu im Koalitionsvertrag.

„Eine Befristung eines Arbeitsverhältnisses ist dann nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein unbefristetes, ein oder mehrere befristete Arbeitsverhältnisse mit einer Gesamtdauer von fünf oder mehr Jahren bestand haben.“

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