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Zeitung in der Schule

Neue Photovoltaikanlagen in Bocholt rückläufig

In 2017 wurden nur 78 Solaranlagen installiert

Dienstag, 20. März 2018 - 16:32 Uhr

von Jan Albers und Fabian Buß

Bocholt - Seit 2000 wird die Installation von PV-Anlagen durch das Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG) staatlich gefördert mit dem Ziel, die Neu- und Weiterentwicklung von Stromerzeugungstechnologien aus erneuerbaren Energien wie die Photovoltaik zu fördern, um den Klimaschutz voranzutreiben. Strom aus erneuerbaren Energien wird in Bocholt durch Windkraft-, Biomasse-, Deponiegas-, Wasserkraft- und Photovoltaikanlagen produziert. Doch die Zahl der Photovoltaikanlagen, die in Bocholt installiert werden, geht zurück.

Foto: dpa

Laut des Netzbetreibers BEW wurde der von Solaranlagen produzierte Strom bis 2008 ausschließlich in das Stromnetz eingespeist. 2009 wurde das EEG geändert, um den Selbstverbrauch zu fördern. Seit 2012 wird der produzierte Strom fast immer erst für den Eigenverbrauch der privaten Haushalte bzw. Gewerbe benutzt. Nur noch der Überschuss wird in das Stromnetz eingespeist. Grund dafür ist die gesunkene Einspeisevergütung.

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Zum 31.12.2017 waren in Bocholt 2.355 Photovoltaikanlagen installiert. Im vergangenen Jahr wurden gemäß Auskunft des BEW nur 78 Anlagen installiert. Verglichen mit dem Jahr 2011, in dem als Höchstwert 348 Anlagen gebaut worden sind, bedeutet das einen Rückgang von über 75 Prozent. Die BEW begründete diesen Rückgang mit der starken Reduzierung der staatlich festgelegten Einspeisevergütung in den letzten Jahren, die an die fallenden Modulpreise angepasst wurden. Während ein Anlagenbetreiber 2004 noch 57,40 ct/kWh und 2011 nur noch 28,74 ct/kWh für den eingespeisten Solarstrom erzielen konnte, ging die Einspeisevergütung in 2017 auf 12,20 ct/kWh zurück. Laut Firma Tekloth beliefen sich die PV-Anlagenkosten je kWp installierter Leistung in 2004 auf ca. 5.000 €, sanken in 2011 auf ca. 2.100 €/kWp und in 2017 war mit ca. 1.100 €/kWp zu rechnen. Die Erlöse sind entsprechend für den Anlagenbetreiber gesunken.

Weiter begründete die BEW die geringe Zahl der Installationen damit, dass auf vielen interessanten Dachflächen mit Südausrichtung schon eine Photovoltaikanlage installiert sei.

Eine Befragung von privaten Hausbesitzern, ob ein Interesse an einer Solaranlage besteht, zeigte ein ähnliches Bild. Als Argument gegen eine Solaranlage wurde angeführt, dass die Dachfläche nicht geeignet sei. Auch die Tatsache, dass die Anlage die Optik des Daches verschlechtert und die Angst vor Reparaturen wurden genannt. Es gab aber auch positive Stimmen. Hier wurden die Argumente Umweltbewusstsein, Unabhängigkeit von Strompreisen und finanzieller Ertrag durch die Einspeisevergütung vorgebracht.

Einen positiven Einfluss auf den Bau von Solaranlagen könnten weitere Fortschritte in der Batterietechnologie haben. Mit Hilfe von Batterien kann dann der tagsüber produzierte Solarstrom gespeichert werden und abends verbraucht werden, wenn die Photovoltaikanlage keinen Strom produziert. Zurzeit ist die Anschaffung solcher Batterien noch zu teuer. Aber fallende Preise in dieser Technologie hätten sicher einen positiven Einfluss auf die Installation von Solaranlagen in den nächsten Jahren.

Anmerkung: Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts „Zeitung in der Schule“ an der Albert-Schweitzer-Rralschule entstanden. Die Artikel wurden von den teilnehmenden Schülern selber recherchiert und geschrieben.

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