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Zeitung in der Schule

„Schnelles Internet“ ist fern

Grenzgebiet Hemden verpasst den Anschluss für das „schnelle“ Internet

Dienstag, 20. März 2018 - 16:33 Uhr

von Berthold Bollwerk

Bocholt - Am 27.01.2012 berichtete eine Pressemitteilung der Stadt Bocholt, dass Hemden auch nun an die „schnelle Datenautobahn“ angeschlossen werden sollte. Dieses stimmte aber nur zur Hälfte, denn der Grenzbereich, der unteranderem zwei mittelgroße Unternehmen und etliche Familienhaushalte mit Kindern beherbergte, wurde ausgelassen.

Foto: Bruno Wansing

Gregor Lange (Bezirksregierung Münster), Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo, Frank Neiling und Volker Dürrholz (beide Deutsche Telekom) freuten sich im Jahre 2012 über die 50 MBit-Breitbandanschlüsse in den Ortsteilen Hemden, Liedern und Spork (v.l.n.r.) - Foto von Bruno Wansing, bocholt.de

Diese sollen sich mit einer max. Internetgeschwindigkeit von 16 Mbit/s Download und 2.4 Mbit/s Upload zufriedengeben, wobei bei vielen Haushalten gerade einmal 6 Mbit/s Download und 2 Mbit/s Upload ankamen. Diese Internetgeschwindigkeit war besonders für Firmen mit einem hohen Datenverkehr sehr störend. Wenn diese z.B. eine Zeichnung von etwa 10 GB an einen Kollegen verschicken mussten, dann wurde die Internetleitung für ungefähr 10 Stunden „komplett“ blockiert. Das bedeutete, dass ganz normales Internetsurfen unter anderem gar nicht mehr möglich war.

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Oder bei einem Haushalt mit 2 Kindern, wenn die Tochter ein Video guckte oder sich einen Film bei z.B. Netflix streamte und der Sohn währendessen telefonierte oder ein Spiel spielte, war das Spielen ohne Nachteile bzw. das Telefonieren ohne Ruckler und Stotterer nicht mehr möglich. Laut dem 15-Jährigen Jonas S. war diese Internetgeschwindigkeit „erbärmlich“. Bei ihm kamen gerade einmal 2-5 Mbit/s Download und 1 Mbit /s Upload an, „flüssiges Video abspielen in der nativen Auflösung sei nicht möglich“, „wenn ein gratis Wochenende für ein Spiel veröffentlich wurde, war das Wochenende vorbei bis ich das Spiel runtergeladen hatte.“ So Jonas S. Eine der Firmen in Hemden war bereit die Kosten für den kompletten Glasfaserausbau (ca.1,5 km) bis zur Hemdener Grenze zu übernehmen, weil die Internetgeschwindigkeit viel zu langsam für das Unternehmen war. Jedoch lehnte die Telekom das Angebot ab.

Die Folgen einer langsamen Internetverbindung sind „unnötig“ und können durch einen Ausbau verhindert werden. Die Unternehmer mussten oft auf das Internet bzw. auf den „Flaschenhals“ warten und dies führte zu einer Behinderung und unproduktiven Wartezeiten. „Der Spaß an der Arbeit geht durch die Wartezeit verloren“ so Barbara B. Die Bewohner im Grenzgebiet Bocholt/Hemden warteten bis heute auf ihren versprochenen Anschluss an die „schnelle Datenautobahn“.

Anmerkung: Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts „Zeitung in der Schule“ an der Albert-Schweitzer-Rralschule entstanden. Die Artikel wurden von den teilnehmenden Schülern selber recherchiert und geschrieben.

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