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Lokaler Sport

Die Bocholterin Ana Cristina Oliveira Leite spielt für die SG Essen-Schönebeck und Portugal

Mittwoch, 6. Juli 2011 - 09:00 Uhr

von BBV

Von Björn Brinkmann

Bocholt. Wenn die gebürtige Bocholterin Ana Cristina Oliveira Leite in diesen Tagen die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen verfolgt, dann ist sie natürlich für Deutschland. Schließlich lebt die Bundesliga-Spielerin der SG Essen-Schönebeck nicht nur im Land des WM-Gastgebers, sondern hat auch drei Spiele mit der Jugend-Nationalmannschaft für Deutschland bestritten. Seit etwas mehr als einem Jahr spielt sie allerdings in der A-Nationalmannschaft von Portugal, dem Heimatland ihrer Eltern. "Ich fühle mich auch mehr als Portugiesin, obwohl wir zu Hause auch viel Deutsch sprechen", sagt die 19-Jährige.

Die Entscheidung, zum portugiesischen Verband zu wechseln, fiel der Stürmerin allerdings nicht leicht. "Die erste Anfrage gab es schon im Spätsommer 2009. Damals habe ich das aber noch abgefragt", so Oliveira Leite. Damals machte sie gerade nachhaltig auf sich aufmerksam, als sie im Champions-League-Spiel des FCR Duisburg gegen Universitet Wizebsk zur zweiten Halbzeit für Inka Grings eingewechselt wurde und gleich ein Tor erzielte. Zu Duisburg war sie 2007 von Borussia Bocholt aus gewechselt. Für den FCR hatte sie zuvor auch schon ihren ersten Einsatz in der Bundesliga gehabt, doch weil sie meistens in der zweiten Mannschaft spielte, wechselte sie vor einem Jahr zur SG Essen-Schönebeck. "In Duisburg ist die Konkurrenz einfach noch stärker", so Oliveira Leite. In Essen brachte sie es in der abgelaufenen Saison auf elf Einsätze und ein Tor. "Ich habe relativ viele Spiele gemacht, auch wenn es noch mehr hätten sein können", sagt die Angreiferin. Nachdem der Kader des Bundesligisten nun von 27 auf 21 Spielerinnen verkleinert wurde, will sie öfter in der Startformation stehen. "Und natürlich wollen wir auch nicht wieder so lange um den Klassenerhalt zittern", so Oliveira Leite.

Mit der portugiesischen Mannschaft hofft sie, in Zukunft auch einmal an einem großen Turnier wie einer Europa- oder Weltmeisterschaft teilnehmen zu können. "Unrealistisch ist das auf jeden Fall nicht", sagt Oliveira Leite, die sich vor dem Algarve-Cup im Februar 2010 endgültig von Trainerin Monica Jorge überzeugen ließ, künftig für Portugal zu spielen.

Dass die Weltmeisterschaft in Deutschland so eine große mediale Beachtung findet, freut sie. "Ich denke aber, dass das Interesse nach der WM wieder stark absinkt. Aber in Sachen Nachwuchs ist die WM sicher positiv. Sicherlich werden künftig mehr Mädchen Fußball spielen, besonders dann, wenn Deutschland Weltmeister wird", glaubt Oliveira Leite. Der deutschen Mannschaft traut sie den Titel auf jeden Fall zu, auch wenn sie die USA für einen sehr starken Gegner hält. Sie drückt auf jeden Fall die Daumen, auch wenn sie inzwischen ja für Portugal spielt.


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