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Lokaler Sport

EM-Silber für Lukas de Ruiter

Ju-Jutsuka vom SC Budokan Bocholt verpasst Finale verletzungsbedingt

Donnerstag, 2. November 2017 - 17:24 Uhr

von Matthias Grütter

Bocholt/Bukarest - Es ist der größte Erfolg seiner noch jungen Karriere: Lukas de Ruiter ist Vizeeuropameister. Der Ju-Jutsu-Kämpfer des SC Budokan Bocholt sicherte sich jetzt in der rumänischen Hauptstadt Bukarest diese Silbermedaille. In der Altersklasse U18 war er in der Gewichtsklasse über 81Kilogramm angetreten. Er hätte sogar das Finale gewinnen können, das er aber gar nicht erst bestreiten konnte: Lukas de Ruiter hatte sich im Halbfinale an der Hand verletzt.

Foto: scbb

Lukas de Ruiter (links) gewinnt den ersten Kampf souverän und den zweiten durch Kampfrichterentscheid.

Eine genaue Diagnose sollte gestern in Bochum erfolgen, gebrochen scheint nichts zu sein. Das hatten die erste Untersuchung und das Röntgen in einem Bukarester Krankenhaus ergeben.

Und so erklärte de Ruiter gestern: „Im Nachhinein, jetzt, einige Tage später, freue ich mich über die Silbermedaille. Direkt nach dem Halbfinale haben eher die negativen Gefühle überwogen. Ich glaube, dass ich im Kampf um EM-Gold gute Chancen gehabt hätte.“

Aus gutem Grund: Im Halbfinale gegen den Russen Aleksandr Oleinikov hatte der Bocholter den amtierenden Weltmeister besiegt. Dieser wurde nämlich disqualifiziert – er hatte sich dreimal unsportlich verhalten. Zum einen hatte der Russe einen Tritt zum Kehlkopf angesetzt. Dann führte er auch noch einen Tieftritt aus, also unter die Gürtellinie, „was bei uns alles nicht erlaubt ist“, sagt de Ruiter.

Und auch die dritte Aktion, die zur Handverletzung des Bocholters führte, sei unsauber gewesen. Da de Ruiter zu diesem Zeitpunkt aber mit 5:4Punkten führte, aber nicht mehr weiterkämpfen konnte, gab es den Kampfrichterentscheid zugunsten des Budokan-Kämpfers.

Den Arm im Gips, aber die EM-Silbermedaille um den Hals: Der Budokan-Ju-Jutsuka Lukas de Ruiter.

Der Ju-Jutsuka war blendend ins Turnier gestartet. Er bezwang nämlich den Griechen Emmanouil Karouzakis mit Ippon in allen drei Parts. Diese Abschnitte bestehen aus Schlag- und Tritttechniken im Stand. Im zweiten Part wird versucht, den Gegner zu werfen. Im dritten Bereich geht es im Bodenkampf weiter, zum Beispiel mit Würge-, Halte- und Hebeltechniken. De Ruiter schaffte durch den 50:0-Sieg den Sprung ins Halbfinale.

Im März hatte der Bocholter in Athen bei der Weltmeisterschaft Rang fünf belegt. Damals wie nun in Bukarest: In seiner Alters- und Gewichtsklasse waren es fast exakt die gleichen Kämpfer. Waren es in Griechenland neun Kämpfer, so fehlte von ihnen in Bukarest nur einer, weshalb de Ruiter EM-Silber höher einstuft als den fünften WM-Platz.

Das alles habe er dem Budokan-Trainer Jürgen Hatzky zu verdanken, der aktuell mit einer Fußverletzung im Krankenhaus liegt. „Nach der WM in Athen habe ich mich in allen Bereichen deutlich gesteigert und bin viel selbstbewusster geworden. Ich habe meine Technik verfeinert und verbessert“, sagt de Ruiter über die intensiven Einheiten im Bocholter Landesleistungsstützpunkt für Ju-Jutsu unter der Leitung von Hatzky. Das Coaching in Bukarest an der Kampfmatte hatte der Bundestrainer Andreas Kuhl übernommen, der Schwiegersohn von Jürgen Hatzky.

Betreuer für vier Budokan-Kämpfer

Für den Ju-Jutsu-Kämpfer Lukas de Ruiter vom SC Budokan Bocholt war die Europameisterschaft in Bukarest nun der Abschluss und auch der Höhepunkt der Saison. Zum einen kann er wohl vorerst aufgrund seiner Handverletzung nicht mehr kämpfen. Höchstens am Jahresende könnte es noch kleinere Wettkämpfe geben. Und so betreut de Ruiter als Nächstes nun beim Pader-Cup in Paderborn die vier Budokan-Nachwuchskämpfer Maximilian Vitz, Joshua Voßhenrich, Jannik Wilting und Talia Steinkamp.


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