Australien-Blog: Erfolgreiche Jobsuche

Bocholt/Australien - Das erste Vorstellungsgespräch in Australien verlief für die ehemalige BBV-Redakteurin Christina Schreur erfolgreich. Durch ihren ersten Job kommt wieder Geld in die Reisekasse. Fünf Monate will sie zusammen mit ihrem Freund in Australien arbeiten und reisen.

Australien-Blog: Erfolgreiche Jobsuche

Christina lernt die Verkaufstrategie für ihren ersten Job.

„Erzähle uns eine interessante Tatsache über dich“ - das war die Aufgabe bei meinem ersten Vorstellungsgespräch in Australien. Während die anderen Bewerberinnen witzige Fakten über sich erzählten – eine hat mehrere Aquarien zu Hause, weil sie nachdem sie mehrere Fische gefunden hatte, sie nicht töten wollte – überlegte ich fieberhaft wie ich da mithalten sollte.

Meine Ausbildung zur Journalistin? Das wusste der Direktor schon aus meinem Lebenslauf. Dass ich aus Deutschland komme und als Backpacker durch Australien reise? Wahrscheinlich ist das bei jedem dritten Bewerber der Fall. „Seitdem ich in Australien bin, merke ich, wie Deutsch ich wirklich bin“, sagte ich. Sobald die Ampel rot wird, bleibe ich stehen – während alle anderen noch ohne zu zögern drüber laufen. Ich bestelle immer ein Bier, was gerade bei Frauen in Australien unüblich ist. Und als sich der Amerikaner neulich den Scheiblettenkäse ohne Brot in den Mund gesteckte, habe ich wohl eine Stunde gebraucht um diesen Anblick zu verarbeiten. Der Direktor lacht. „Glück gehabt“ denke ich.

Direkt am nächsten Tag bekomme ich eine Antwort. Und tatsächlich: Ich habe den Job. Meine Aufgabe von nun an: Ich muss von Tür zu Tür und Spendenverträge für Greenpeace verkaufen. Mein Glück kann ich kaum fassen. Dass ich direkt bei meinem ersten Vorstellungsgespräch und als eine von neun aus über 100 Bewerbungen den Job bekommen würde, damit hatte ich nie gerechnet.

Nach meinem ersten Jobtraining am Freitag sieht das wieder ganz anders aus. Ich bin die einzige Nichtmuttersprachlerin in meinem Team. Während sich alle also kreuz und quer unterhalten, verstehe ich kaum was, muss mehrfach nachfragen und stottere mir die Sätze mehr oder weniger zusammen. Übers Wochenende lerne ich meine Verkaufsstrategie auswendig und kaufe mir neue Schuhe. Denn der Dresscode für meinen Job sind eine schwarze Hose und schwarze Schuhe.

Zum Reisen sind mein Freund und ich in dieser Woche bei all dem Jobkram kaum gekommen. Dafür haben wir viel gefeiert. Nachdem sie ihren Job verloren hat, zog unsere ehemalige Mitbewohnerin von ihrem B&B wieder in unser Hostel ein. Zusammen feierten wir ihren Geburtstag gleich über zwei Tage.

Am nächsten Wochenende wollen wir in die Blue Mountains fahren – bekannt für schöne Wanderwege und Wasserfälle. Ganz oben auf unserer To-Do-Liste für Sydney steht das Klettern auf der Harbourbridge. Dafür muss aber erst mal Geld verdient werden, denn der Bridgeclimb kostet umgerechnet knapp 250 Euro – und damit die Hälfte meines Einkommens pro Woche.

Teil 1: Ex-BBV-Redakteurin berichtet aus „Down Under“

Teil 2: Partys, Sightseeing und Jobsuche

Teil 3: Erfolgreiche Jobsuche

Teil 4: Ein anstrengender Job

Teil 5: „Schatz, bitte kündige!“

Teil 6: Viele Abschiede

Teil 7: Wellen und Sonnenuntergänge

Teil 8: Surfcamp in Byron Bay

Teil 9: Kein Geld, kein Osternest

Teil 10: Zurück nach Brisbane

Teil 11: Vom Pech verfolgt