Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
Australien-Blog

Australien-Blog: Heimweh

Folge 27: Ex-BBV-Redakteurin berichtet aus „Down Under“

Dienstag, 30. Oktober 2018 - 15:57 Uhr

von Sebastian Renzel

Australien - Ex-BBV-Redakteurin Christina Schreur hat das Heimweh gepackt. Sie hat das Hostel-Leben satt und darum zieht sie mit ihrem Reisegefährten Moritz Nienhaus in ein Motel. Obwohl das Zimmer etwas eng, brüchig und altbacken ist, ist es für Christina absoluter Luxus. Ansonsten verfolgen die Beiden weiter ihren Sparplan, um bald weiterzureisen.

Foto: Christina Schreur

Christina macht in ihrem Motel-Bett Reisepläne

„Ich will einfach nur noch nach Hause.“ Schluchzend sitze ich in meinem Bett. Es ist 8 Uhr morgens und ich kann nicht mehr schlafen, dabei bin ich erst vor gut vier Stunden ins Bett gegangen. Moritz versucht verzweifelt, mich zu beruhigen. In seinem gelben Arbeitsshirt und Sicherheitsschuhen sitzt er neben mir. Eigentlich muss er schon lange auf der Arbeit sein.

Aber auch seine Worte helfen kaum. Das Heimweh hat mich gepackt und zum ersten Mal seit Ostern hätte ich am liebsten den nächsten Flug zurück nach Deutschland genommen. Stattdessen lege ich mich zurück in mein klappriges Hochbett, das gefühlt immer noch von Kakerlaken wimmelt und schluchze in das dünne Bettlaken, das meine Bettdecke sein soll.

Foto: Christina Schreur

Moritz und Christina bei der letzten Biergarten-Party, bevor die Regenzeit startet.

Und genau das ist der Punkt. Nach fast elf Monaten habe ich genug vom Hostel-Leben. Keine Privatsphäre oder Ruhe. Stattdessen Gemeinschaftstoiletten, laute Partymusik den ganzen Tag und Insekten, mit denen ich mir das Bett teile. Als ich an diesem Tag wieder aufstehe, beschließe ich, dass ich eine Auszeit brauche. Zusammen mit Moritz ziehe ich in ein Motel. Dort haben wir ein Privatzimmer mit einem kleinen Bad. Bei meinen früheren Standards wäre ich über ein solches Zimmer sicher enttäuscht gewesen: Es ist sehr eng, etwas altbacken und sieht ein bisschen brüchig aus. Nach zehn Monaten Hostel ist es für mich jedoch absoluter Luxus. Eine richtige Decke, ein Wasserkocher mit Kaffeepulver, ein kleiner Kühlschrank und sogar ein Fernseher sorgen dafür, dass ich das Zimmer am liebsten gar nicht mehr verlassen würde. Kosten: Umgerechnet etwa 117 Euro für eine Woche und damit nur etwa 10 Euro mehr im Vergleich zum Hostel.

Foto: Christina Schreur

Ein Feierabend-Bier mit Christinas Kollegen darf trotz des Sparplans nicht fehlen.

Abgesehen von meinem Privatzimmer verfolge ich immer noch meinen Sparplan. Der besteht aus schlafen, essen, arbeiten, Feierabendbier und wieder schlafen. Schließlich habe ich ein klares Ziel vor Augen: Darwin mit 4000 Australischen Dollar (umgerechnet etwa 2500 Euro) verlassen. Damit möchte ich meine Weiterreise innerhalb Australiens finanzieren. Aber ich habe noch andere Pläne: Bevor es zurück nach Hause geht, möchten Moritz und ich noch einen Abstecher nach Asien machen. Auf dem Plan stehen Indonesien, Singapur, Thailand und vielleicht auch die Philippinen – je nachdem, wie wir mit dem Geld auskommen. Ist das Konto leer, geht es aber dann nach über einem Jahr auf Reisen zurück nach Hause – das musste ich meinen Eltern und Großeltern versprechen.

Ihr Kommentar zum Thema

Australien-Blog: Heimweh

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha